Im Tarif-Poker: Bahn will Lokführergewerkschaft ein Angebot machen

Berlin - Im Tarif-Poker mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will die Deutsche Bahn in der nächsten Runde am 19. November ein Angebot vorlegen. Zuvor soll es weitere Sondierungsgespräche von Experten beider Seiten geben, teilte das Unternehmen nach der 2. Verhandlungsrunde am Freitagabend mit.

GDL-Chef Claus Weselsky (59, li.) und Bahn-Personalvorstand Martin Seiler (54) begrüßen sich vor der Verhandlungsrunde.
GDL-Chef Claus Weselsky (59, li.) und Bahn-Personalvorstand Martin Seiler (54) begrüßen sich vor der Verhandlungsrunde.  © dpa/Kay Nietfeld

In einzelnen Sachfragen habe man sich in Berlin bereits verständigt.

Zuvor hatte die GDL auf ein erstes Angebot gedrungen. Dieses müsse noch nicht umfassend sein, sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky (59). Bei Zulagen, Zuschlägen und dem Thema Arbeitszeit erwarte er aber Konkreteres.

Die GDL fordert für die rund 36.000 Beschäftigten des Zugpersonals 7,5 Prozent mehr Geld bei zwei Jahren Vertragslaufzeit.

Außerdem hat sie einen Katalog mit rund 40 Einzelforderungen vorgelegt. Dazu gehört eine Erhöhung der Zulagen für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit um rund zwei Prozent.

Es müsse Schluss sein mit Kurzpausen, einer Verkürzung der Ruhezeit auf weniger als zehn Stunden, mit Pausen auf dem Zug und "unbegrenzten auswärtigen Übernachtungen".

Weselsky gilt als harter Verhandlungspartner und hat schon für manchen Lokführer-Streik gesorgt. (Bildmontage)
Weselsky gilt als harter Verhandlungspartner und hat schon für manchen Lokführer-Streik gesorgt. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Nach Worten Weselskys versucht die Bahn in ihren Betrieben, tarifliche Regelungen zu den Ruhezeiten zu umgehen.

"Deswegen werden wir hier eine härtere Gangart anlegen." Die Tarifnorm werde aufgeweicht, "das lassen wir uns nicht gefallen", betonte Weselsky. Die Bahn sagte daraufhin zu, die von der GDL vorgebrachten Hinweise sorgfältig zu prüfen.

Weselsky machte deutlich, er bleibe optimistisch, dass ein Tarifabschluss bis zum Jahresende erreichbar sei.

Auch Bahn-Personalvorstand Martin Seiler (54) orakelte, es könne nach wie vor gelingen, in den weiteren Verhandlungsrunden eine ausgewogene Einigung zu erzielen.

Die Bahn verhandelt parallel, aber in separaten Runden, auch mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für insgesamt rund 160.000 Beschäftigte (TAG24 berichtete).

"Am Ende kommt es auf ein Gesamtpaket an, wo wir versuchen werden, für inhaltsgleiche Themen, für gleiche Berufsgruppen auch zu vergleichbaren Ergebnissen zu kommen", so Personal-Chef Seiler.

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