Schon wieder? So wird der Flüchtlings-"Tatort"

Felix Voss (Fabian
Hinrichs)
schleust sich
undercover als
Tschetschene in
die Flüchtlingsunterkunft
ein.
Felix Voss (Fabian Hinrichs) schleust sich undercover als Tschetschene in die Flüchtlingsunterkunft ein.  © BR/Rat Pack Fimproduktion GmbH/Bernd Schuller

Bamberg - Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft: Ein Brandsatz fliegt durchs Fenster, eine Gasflasche explodiert, die Küche steht in Flammen. Eine Frau aus Kamerun verbrennt in einer Kammer, die verriegelt wurde - hat drinnen jemand nachgeholfen? Franken-Kommissarin Paula Ringelhahn findet das nicht heraus, alle Zeugen schweigen.

Kollege Felix Voss gibt sich kurzentschlossen als tschetschenischer Asylbewerber Erso Maschadow aus und schleust sich so als verdeckter Ermittler in die Unterkunft ein. Er wird zum Bruderersatz für den jungen Syrer Basem, der seine Eltern sucht.

Lohnt sich das Einschalten?

Jein. Wer einen spannenden Krimi erwartet, sollte es gleich sein lassen. Wer keine Lust auf die erneute Flüchtlingsthematik hat, ebenfalls. Lässt man sich davon nicht schrecken, bekommt man immerhin einen stillen, größtenteils klug beobachteten Film über den Alltag hinter den Nachrichtenschlagzeilen.

Kommissarin
Paula Ringelhahn
(Dagmar
Manzel) und ihr
Team stoßen auf
eine Mauer des
Schweigens.
Kommissarin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und ihr Team stoßen auf eine Mauer des Schweigens.  © BR/Rat Pack Fimproduktion GmbH/Bernd Schuller

Der „Tatort: Am Ende geht man nackt“ bedient aber jede Menge Klischees: stumpfe Nazis, gierige Bauunternehmer, engagierte, ehrenamtliche Helfer und vorurteilsbeladene Polizisten - das ist relativ platt.

Dazu werden (zu) viele Nebengeschichten angerissen, von den Geschäften kleinkrimineller Asylbewerber bis zu den langsam mahlenden Mühlen der Bürokratie.

Über den Kniff des verdeckt ermittelnden Kommissars erfährt man jedoch auch, wie es sich anfühlt, eingepfercht mit Menschen zahlloser Nationalitäten in behelfsmäßigen Notunterkünften zu hausen. Ist aber auch nicht neu.

Bleiben die famosen Hauptdarsteller Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel, die mit ihrem feinen Spiel das Highlight dieses besonnenen aber bestenfalls durchwachsenen Falls sind.

Die freundlichsten „Tatort“-Kommissare ermitteln diesmal zwar getrennt, wachsen darüber dennoch weiter zu einem engen Duo zusammen, das man wiedersehen will.


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