Serienmörder im Tatort: So spannend wird es in Bremen

Lürsen und Stedefreund wundern sich:
Warum schirmt Jobst Friedland seinen
erwachsenen Sohn Kristian vor ihnen ab?
Lürsen und Stedefreund wundern sich: Warum schirmt Jobst Friedland seinen erwachsenen Sohn Kristian vor ihnen ab?  © Radio Bremen/Michael Ihle

Bremen - Ein Serienmörder geht um: Junge Männer werden nachts von einem Auto überfahren und dabei geradezu zerfleischt. Scheinbar willkürlich werden die Opfer ausgewählt.

Ein am Tatort gefundenes Handy führt Inga Lürsen und Nils Stedefreund zum Maler und Lackierer Kristian Friedland, doch der hat ein Alibi. Vor allem der dominante Vater versucht mit allen Mitteln, seinen knapp 40 Jahre alten Sohn abzuschirmen. Was hat die Familie zu verbergen?

Lohnt sich das Einschalten?

Ja, der 30. gemeinsame Fall von Lürsen und Stedefreund ist ein Knüller! Schon nach dem irritierenden Vorspann, in dem jemand zu den Klängen von Tocotronics „Ich öffne mich“ ein Auto wäscht und dabei einen blutigen Zahn aus dem zertrümmerten Scheinwerfer pult, ist klar, dass kein 08/15-Krimi folgen wird.

 Im „Tatort:
Nachtsicht“ wird
ein Auto zur
Mordwaffe.
Im „Tatort: Nachtsicht“ wird ein Auto zur Mordwaffe.  © Radio Bremen

In der Tat steht der Täter von Anfang an fest. Doch da ihm nichts zu beweisen ist, geht die bestialische Mordserie weiter.

So prägt Action die erste Hälfte des „Tatort: Nachtsicht“, wenn der Killer mit Nachtsichtgerät in seinem Auto auf Menschenjagd geht. Die Folgen sind derart unappetitlich, dass sich selbst der Gerichtsmediziner übergeben muss.

Dann kippt der Fall in ein bitteres Familien-Psycho-Drama. Während die sterbenskranke Leonie Friedland nicht wahrhaben will, dass ihr „Großer“ zu sadistischen Lustmorden fähig ist, versucht ihr Mann Jobst alles, um die Ermittlungen vor ihr zu verbergen.

Wie weit geht Elternliebe? Rainer Bock (62) und Angela Roy (59) spielen das sensationell intensiv. Auch Moritz Führmann (38) gelingt das Kunststück, Mitleid für das Biedermann-Monster zu erregen. Das ist teils grausam, teils zärtlich - und absolut verstörend.

Die Kommissare spielen diesmal nur die zweite Geige in diesem stilsicher inszenierten Thriller. Trotzdem bedauert man nach diesem gelungenen „Tatort“ den Ausstieg von Sabine Postel (62) und Oliver Mommsen (48).


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