Hat sich ein Schüler bei seinem Lehrer für einen Blowjob gerächt?

Nina Rubin kann’s
nicht glauben:
Bahnt sich zwischen
ihrem Kollegen
Karow und
dem Verdächtigen
Armin etwas an?
Nina Rubin kann’s nicht glauben: Bahnt sich zwischen ihrem Kollegen Karow und dem Verdächtigen Armin etwas an?  © rbb/Andrea Hansen

Berlin - Die Leiche von Enno Schoppe sieht grauenhaft aus: Nur noch ein schwarzer Klumpen, zusammengeschmolzen mit einem Plasteliegestuhl im Garten seiner Laube. Offenbar wurde er erst erschlagen, dann verbrannt.

Der demonstrativ homosexuell lebende Lehrer war vor wenigen Tagen beurlaubt worden - angeblich soll er den Schüler Duran in der Umkleidekabine belästigt haben.

Alles Quatsch, sagt Ennos Mann Armin (eindringlich: Jens Harzer, 45), sie beide hätten sich doch um Duran gekümmert wie Eltern. Die Kommissare Nina Rubin (Meret Becker, 48) und Robert Karow (Mark Waschke, 45) rätseln: Hat sich Duran für einen angeblich erzwungenen Blowjob gerächt oder hat Armin sich in den Schüler verknallt und für ihn seinen Mann beseitigt? Denn Duran ist verschwunden und Armin bereitet den großen Abgang vor.

Aber dann sind da noch Durans Freundin Jasna und die Jungs von der Gesamtschule im Neuköllner Kiez - die aggressiven Migranten sind homophob und hatten was gegen ihren schwulen Lehrer...

Jasna (Lisa Vicari, 20)
sucht mit aggressiven Mitschülern
ihren verschwundenen
Freund Duran
Jasna (Lisa Vicari, 20) sucht mit aggressiven Mitschülern ihren verschwundenen Freund Duran  © rbb/Andrea Hansen

Lohnt sich das Einschalten?

Ja, das Berliner Ermittler-Team zeigt in seinem fünften „Tatort: Amour Fou“, dass es auch ohne die Hintergrund-Geschichte um das Vorleben von Kommissar Karow geht. Befreit vom komplizierten Ballast ermitteln die Berliner in einem abgeschlossenen Fall, der deutlich weniger fiebrig und hektisch als bisher daherkommt.

Zahmer sind sie deshalb nicht geworden: Nina Rubin setzt mit anonymen One-Night-Stands weiterhin ihre Ehe aufs Spiel, gleichzeitig knistert es zwischen dem bisexuellen Karow und dem Hauptverdächtigen Armin erheblich - das ist phantastisch ausgespielt zwischen Faszination und Misstrauen und behutsam in den Mörderplot integriert. Dessen Spannungskurve zieht langsam an: Scheint der Fall ziemlich früh klar, überrascht „Amour Fou“ noch mit einigen Wendungen.

Am interessantesten bleibt das flirrende, erfrischend uneindeutige Duo Karow/Rubin. Von ihnen ist noch viel zu erhoffen.

Titelfoto: rbb/Andrea Hansen


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