Neuer "Tatort" aus Köln: Polizist tot geprügelt, Kollegin traumatisiert

Köln - Im Kölner "Tatort" am Pfingstmontag (ARD, 20.15 Uhr) ist der Mord an einem Polizisten der Ausgangspunkt weiterer Gewalttaten. Als die Kommissare Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) auch in den Reihen der Polizei ermitteln, wird die Sache kompliziert.

Darum geht's im "Tatort: kaputt"

Schenk (Dietmar Bär, l.) und Ballauf (Klaus J. Behrendt) untersuchen den Tatort und die Leiche des ermordeten Polizisten.
Schenk (Dietmar Bär, l.) und Ballauf (Klaus J. Behrendt) untersuchen den Tatort und die Leiche des ermordeten Polizisten.  © WDR/Thomas Kost

Für die Polizisten Melanie Sommer (Anna Brüggemann) und Frank Schneider ist es eigentlich nur ein Routine-Einsatz. Anwohner haben eine Ruhestörung gemeldet: in einem leerstehenden Wohnhaus wird eine Party gefeiert.

Kurze Zeit später wacht Sommer im Garten des Hauses auf. Sie ist verletzt, kann sich an nichts mehr erinnern. Das Haus ist verlassen. Im Wohnzimmer liegt ihr Kollege in einer Blutlache. Er wurde brutal mit einem Schürhaken zu Tode geprügelt.

Der Fall scheint für Ballauf und Schenk schnell gelöst. Wohnungs-Eigentümer ist Edel-Restaurant-Besitzer Thomas Theissen (Ronny Miersch). Sein jüngerer Bruder Ben (Hauke Diekamp) ist polizeibekannt und ein notorischer Polizisten-Hasser, seine Fingerabdrücke befinden sich auf dem Schürhaken.

Als Ben in das Haus zurückkehrt, um dort versteckte Drogen sowie eine scharfe Waffe zu holen und anschließend zu fliehen, wird er von einer unbekannten Person überrascht - und mit seiner Waffen erschossen.

Ballauf und Schenk ermitteln in alle Richtungen - auch in den Reihen der Polizei. Und das kommt bei den Kollegen so gar nicht gut an.

Das erwartet Euch heute Abend

Dass Ballauf und Schenk auch in den eigenen Reihen ermitteln, passt vielen Kollegen überhaupt nicht.
Dass Ballauf und Schenk auch in den eigenen Reihen ermitteln, passt vielen Kollegen überhaupt nicht.

Der Kölner "Tatort: kaputt" ist sicherlich nichts für Zartbesaitete. Der Mord an Schneider ist sehr brutal und es bleibt auch nicht bei den zwei bereits erwähnten Leichen.

Ballauf und Schenk machen bei ihren Ermittlungen einige interessante Entdeckungen, die zuvor nicht geahnte Verbindungen zwischen Familie Theissen und dem getöteten Polizisten enthüllen.

Außerdem werden überkommene Ansichten bei der Polizei thematisiert. So hat Schneider bei den Kollegen einen schweren Stand, weil er eine homosexuelle Beziehung zu Stefan Pohl (Max Simonischek) - ebenfalls ein Polizist - unterhält.

Auch die durch das Geschehene schwer traumatisierte Melanie Sommer hat damit zu kämpfen, sich als Frau stärker beweisen zu müssen als die männlichen Kollegen; vor allem, weil diese ihr eine Mitschuld an Schneiders Tod geben.

Dennoch halten die Polizisten zusammen, reagieren mit Unverständnis auf die Ermittlungen von Ballauf und Schenk. Ist nicht der Mord an Schneider das größere Verbrechen? Und hat Ben Theissen nicht den Tod verdient? Ob es denn jetzt Opfer erster und zweiter Klasse gäbe, fragt Ballauf schließlich provokant.

So werden den Aggressionen, denen Polizisten oftmals ausgesetzt sind, Klüngelei und ein Messen mit zweierlei Maß gegenübergestellt und es wird ein ambivalentes Bild der Fremd- und Eigenwahrnehmung der Polizei und ihrer Arbeit gezeichnet.

Lohnt sich das Einschalten?

Thomas Theissen (Ronny Miersch) und Stefan Pohl (Max Simonischek) geraten aneinander. Beide verbindet mehr miteinander, als die Kommissare zunächst ahnen.
Thomas Theissen (Ronny Miersch) und Stefan Pohl (Max Simonischek) geraten aneinander. Beide verbindet mehr miteinander, als die Kommissare zunächst ahnen.  © WDR/Thomas Kost

Wer sich nicht an der ein oder anderen recht expliziten Gewalt-Darstellung stört, bekommt einen sehr ordentlichen Kölner "Tatort" geboten.

Zwar ist die Handlung mit all den Verbindungen zwischen den Akteuren etwas überkonstruiert. Dennoch funktioniert die Geschichte gut und gibt zudem spannende Einblicke in das Innenleben der uniformierten Polizei.

Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Täter und Opfer zunehmend, was Ballauf im Finale vor eine sehr schwerwiegende Entscheidung stellt.

Dass sowohl Kommissare als auch die Zuschauer lange im Unklaren gelassen werden, wer hinter dem Mord an Theissen und dem, was anschließend folgt, steckt, sorgt zudem für ordentlich Spannung.

Sendetermin "Tatort: kaputt": 10. Juni, ARD, 20.15 Uhr

Titelfoto: WDR/Thomas Kost

Mehr zum Thema Tatort:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0