Hier geht Dresdens neue Tatort-Kommissarin auf Streife

Dresden - Im kommenden Jahr wird Cornelia Gröschel (30) erstmals als neue Kommissarin im "Tatort" aus Dresden zu sehen sein.

Hauptmeisterin Nadine Rudek (38) erläutert die Abläufe in der Wache.
Hauptmeisterin Nadine Rudek (38) erläutert die Abläufe in der Wache.  © Eric Münch

Die Schauspielerin folgt auf Alwara Höfels (36), die sich verabschiedet hat. Eine gebürtige Dresdnerin im Dresden-"Tatort" - echter geht eine Besetzung nicht. Damit auch ihr Spiel für die Krimi-Reihe so echt wie möglich wird, hat sie in dieser Woche ein Praktikum bei der Bundespolizei absolviert.

TAG24 durfte mit ihr auf Streife gehen.

Für Polizeiobermeisterin Ina Grumpert und Polizeihauptmeister Heiko Süßmilch ist es Routine: Zu zweit patrouillieren sie durch den Hauptbahnhof, tragen Schutzweste und Maschinenpistole, überprüfen Reisende. An ihrer Seite Cornelia Gröschel. Sie darf nicht selber aktiv werden, aber sie beobachtet genau, Körperhaltung, Gesten. Neugierig fragt sie, worauf Polizisten achten, wenn sie auf Streife sind.

Gröschel bereitet sich vor auf ihre Rolle als "Tatort"-Kommissarin. Die Schauspielerin sagt: "Das ist mir ein großes Anliegen: so viel Authentizität wie möglich." Das Polizeipraktikum geschah auf ihren eigenen Wunsch. Durch private Kontakte hat sie es selbst organisiert. Hauptkommissar Holger Uhlitzsch betreut die Schauspielerin. Er findet es gut, dass sie auf Realismus Wert legt. Ihn und seine Kollegen stört manches an TV-Krimis:

"Die Waffenhaltung ist ein großes Problem. Und wenn ein SEK ein Gebäude umstellt, aber die Kommissare stürmen voraus und tragen nicht mal eine Schutzweste."

Stahlhelm auf: Uhlitzsch zeigt der "Praktikantin", was man braucht, wenn's gefährlich wird.
Stahlhelm auf: Uhlitzsch zeigt der "Praktikantin", was man braucht, wenn's gefährlich wird.  © Eric Münch

Gröschel zitiert ihren Kollegen Martin Brambach, der den Revierchef spielt. Der habe unlängst gesagt: "Leute, das ist Fernsehen. Es muss doch auch spannend sein." So sehe sie es ebenfalls, sonst könne man eine Doku drehen. Dennoch wünsche sie sich viel Realismus. Gröschel: "Die Kleinigkeiten müssen stimmen, einzelne Handgriffe. Wenn diese Details alle passen, dann fühle ich mich wohl."

Also zeigt Uhlitzsch ihr später die Wache, erklärt die Abläufe. Cornelia Gröschel hört aufmerksam zu, saugt alle Eindrücke auf. Sie lässt sich das Abnehmen von Fingerabdrücken erklären, testet schweres Gerät, etwa einen Stahlhelm, besichtigt eine Zelle. Am zweiten Praktikumstag lernte sie den Umgang mit der Dienstwaffe, auch Kripo-Techniken wie das Auswerten von Spuren.

Vorarbeit für eine Rolle, deren Charakter noch gar nicht feststand, als sie sie annahm. Ein Wagnis? Gröschel: "Vielleicht. Gleichzeitig ist es aber eine riesengroße Chance, Einfluss darauf zu nehmen. Ich möchte mit meiner Figur zufrieden sein, denn ich will sie ja auch lange spielen."

Noch immer weiß sie nicht, wie ihre Kommissarin angelegt sein wird. Der erste - für Juli - geplante Dreh wurde auf den Oktober verschoben. Man sei mit der Konzeption für die Figur noch am Anfang. Was feststeht: "Sie soll Dresdnerin sein und einen familiären Hintergrund im Polizeiumfeld haben. Und sie ist noch unerfahren." Selbst wie "die Neue" heißt, sei noch unklar. Gröschel: "Es gibt ein paar Ideen für ihren Namen, mit denen ich aber noch nicht zufrieden bin."

Obwohl Gröschel in ihrer Heimatstadt ermittelt, wird sie Hochdeutsch sprechen. Dialekt sei nicht erwünscht. Aber sie fände es schade, wenn das gar nicht vorkommt: "Wenn mir beim Dreh mal eine Redewendung oder ein Dresdner Zungenschlag durchrutscht, dann lasse ich das so."

Schauspielerin Cornelia Gröschel (30) studiert, wie Ina Gumpert (37, POM) und Heiko Süßmilch (40, PHM) den Dresdner Hauptbahnhof sichern.
Schauspielerin Cornelia Gröschel (30) studiert, wie Ina Gumpert (37, POM) und Heiko Süßmilch (40, PHM) den Dresdner Hauptbahnhof sichern.  © Eric Münch
TAG24-Redakteur Heiko Nemitz im Gespräch mit der Dresdner "Tatort"-Kommissarin.
TAG24-Redakteur Heiko Nemitz im Gespräch mit der Dresdner "Tatort"-Kommissarin.  © Eric Münch
Da ist ja eine Kamera! Der echte Kommissar Holger Uhlitzsch (37) von der Bundespolizei führt die „falsche“ Kommissarin in eine Zelle.
Da ist ja eine Kamera! Der echte Kommissar Holger Uhlitzsch (37) von der Bundespolizei führt die „falsche“ Kommissarin in eine Zelle.  © Eric Münch

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