Morddrohungen gegen "Deutschlands Neue Patrioten"

"Nazi-Schweine", "Bullen-Staat": Bei einer Demo geraten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Grosz (Franziska Weisz) ins Visier des Schwarzen Blocks.
"Nazi-Schweine", "Bullen-Staat": Bei einer Demo geraten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Grosz (Franziska Weisz) ins Visier des Schwarzen Blocks.  © NDR/Christine Schroeder

Hamburg - Nina Schramm, Fraktionsvorsitzende der Partei „Deutschlands Neue Patrioten (DNP)“, ist das Ziel von Hass-Postings und Morddrohungen.

Die Bundespolizisten Torsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Julia Grosz (Franziska Weisz) werden zu ihrem persönlichen Schutz abgestellt.

Zum Leidwesen seiner Kollegin machen der linke Ex-Punk Falke und Rechtspopulistin Schramm (bärenstark: Anja Kling) keinen Hehl aus ihrer gegenseitigen Abneigung.

Als Schramms Wagen nach einer Wahlkampfveranstaltung durch eine Explosion zerstört und dabei ihr Ehemann Richard getötet wird, melden rechte Netzwerke den Anschlag eines „linken Mobs“ und werfen der Polizei vor, tatenlos zu zuschauen.

Die Rechtspopulisten schlachten das medienwirksam aus, während gleichzeitig die militanten Aktivisten Paula und Vincent in Bonnie-und-Clyde-Manier unterwegs sind - das Antifa-Pärchen scheint zu allem entschlossen...

Lohnt sich das Tatort-Einschalten?

Die DNP-Fraktionsvorsitzende Schramm (Anja Kling) und ihre rechtspopulistischen Parteifreunde stellen sich den Fragen der ("System"-)Presse.
Die DNP-Fraktionsvorsitzende Schramm (Anja Kling) und ihre rechtspopulistischen Parteifreunde stellen sich den Fragen der ("System"-)Presse.  © NDR/Christine Schroeder

Unbedingt! Der "Tatort: Dunkle Zeit" verarbeitet das Thema des Rechtspopulismus zu einem spannenden Thriller.

Die Nähe der DNP zur AfD ist überdeutlich, die Figur der Nina Schramm ist an Frauke Petry angelehnt (auch wenn diese Parallele bereits von der Realität überholt wurde).

Ein Glücksgriff ist die Besetzung durch Anja Kling: Ihr freundliches Rollenimage strahlt auf die kalte Rechts-Politikerin aus und lässt diese zunächst gar nicht so unsympathisch erscheinen. Plumpe Schwarz-Weiß-Malerei sucht man also vergebens.

Überhaupt nimmt Regisseur und Drehbuchautor Niki Stein (von ihm gab's zuletzt den Big-Data-"Tatort: HAL") sein Thema sehr ernst und zeichnet ein beklemmendes, treffsicheres Bild der aktuellen politischen Auseinandersetzung.

AfD-nahe Pöbler wider den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk werden gewiss vor Wut schäumen. Alleine deswegen zählt dieser politische Verschwörungs-Thriller zu den besten "Tatort"-Episoden des Jahres.


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