"Tatort" aus Köln: Explosion zerfetzt Bomben-Entschärfer!

Köln - Der aktuelle "Tatort" aus Köln greift ein Thema auf, welches alle Kölner zur Genüge kennen: Der Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg.

Darum geht's im "Tatort: Bombengeschäft"

Schenk (Dietmar Bär, li.) und Ballauf (Klaus J. Behrendt, re.) treffen Feichdinger (Thomas Darchinger) vor dem Flora Quartier-"Immobilien-Büro".
Schenk (Dietmar Bär, li.) und Ballauf (Klaus J. Behrendt, re.) treffen Feichdinger (Thomas Darchinger) vor dem Flora Quartier-"Immobilien-Büro".  © WDR/Martin Valentin Menke

Peter Krämer (Beat Marti), Bomben-Entschärfer beim Kölner Kampfmittel-Räumdienst, und seine Kollegin Katharina Vostell (Isabel Thierauch) kommen nach einem Routine-Einsatz in die Zentrale zurück.

Krämer will nur noch schnell die Fliegerbombe im Bunker verstauen, da passiert es: Eine Explosion zerfetzt den Bomben-Entschärfer! Doch was zunächst wie ein Unfall aussieht, entwickelt sich sehr schnell zu einem Fall für die Mordkommission und die Kommissare Max Ballauf (Klaus J.Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär).

Denn Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth (Joe Bausch) macht bei der Untersuchung der spärlichen Überreste des Toten eine erstaunliche Entdeckung: Im Fragment eines Kieferknochens von Krämer befinden sich Metallsplitter, die eindeutig von einer modernen Granate stammen.

Tatsächlich hatte Maiwald (Ralph Herforth), der Leiter der Dienstelle des Kampfmittel-Räumdienstes, einem Bekannten bei der Neusser Polizei kürzlich einen Gefallen getan, und bei einer Razzia sichergestellte Handgranaten zwischengelagert. Jeder seiner Mitarbeiter hätte darauf Zugriff gehabt.

Auf der Suche nach Täter und Tatmotiv tappen Ballauf und Schenk dann lange im Dunkeln. Was hat es mit den Zahlungen auf sich, die Krämer regelmäßig auf das Konto eines ehemaligen Freundes überwies? Weshalb war Krämer bei der Entschärfung für einen Kollegen eingesprungen? Und warum ist er vom Kaufvertrag eines Hauses in einem noblen Kölner Neubaugebiet zurückgetreten?

Die Kommissare schaffen es zunächst nicht, die einzelnen Ermittlungsergebnisse schlüssig miteinander zu verbinden. Doch dann kommen sie tatsächlich einem "Bombengeschäft" auf die Spur, bei dem sich mehr als nur eine Person die Hände schmutzig gemacht hat.

Das erwartet Euch heute Abend

Nach dem erzählerisch ungewöhnlichen "Tatort: Weiter, immer weiter", der Realität und Wahnvorstellungen geschickt miteinander verwob, kommt der aktuelle Tatort aus Köln wieder sehr bodenständig daher.

Regisseur und Drehbuch-Autor Thomas Stiller setzt bei seinem dritten Kölner "Tatort" nach eigenen Worten auf "klassisches 'Whodunit'".

Die Zuschauer wissen also auch nicht mehr als die Kommissare und können mit diesen gemeinsam versuchen, Licht in das Dunkel um Peter Krämers Tod zu bringen und die richtigen Verbindungen zwischen den Personen und Ereignissen zu ziehen.

Lohnt sich das Einschalten?

Maiwald (Ralph Herforth,, li.), der Leiter der Dienststelle des Kampfmittel-Räumdienstes, und sein Sohn und Kollege Joachim (Adrian Topol) üben mit einer Bomben-Attrappe.
Maiwald (Ralph Herforth,, li.), der Leiter der Dienststelle des Kampfmittel-Räumdienstes, und sein Sohn und Kollege Joachim (Adrian Topol) üben mit einer Bomben-Attrappe.  © WDR/Martin Valentin Menke

Thomas Stiller hat seinen Fall recht sauber konstruiert. Durch die komplexe Konstellation der Figuren und ihrer Beziehungen zueinander dauert es zudem lange, bis man als Zuschauer dem Täter auf die Schliche kommt.

Das erhöht natürlich die Spannung an diesem eigentlich nie vorhersehbaren Krimi, dessen Stärke damit der Mordfall und die Hintergründe der Tat an sich sind.

So halten sich die Kommissare diskret zurück und weder die kaum vorhandene Filmmusik noch die monochrom wirkenden Bilder lenken von der Handlung ab.

Einzig die ungewöhnlichen Kamera-Perspektiven und die vielen Nahaufnahmen fallen auf. "Wer gerne Graphic Novels liest, wird vielleicht Anleihen an die Stilmittel des Comics erkennen", sagt dazu der Regisseur.

So lohnt sich das Einschalten vor allem für Freunde klassischer Krimi-Kost, die gerne selbst mitraten und Wert auf eine nicht zu einfache aber dennoch in sich schlüssige Auflösung legen.

Sendetermin: Sonntag, 31.März.19, 20:15 Uhr in der ARD

Mehr zum Thema Tatort:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0