Tatort-Kommissar zeigt das Dresden seiner Kindheit

Im alten Dorfkern von Altcoschütz ist Martin Brambach (48) aufgewachsen. Zuerst wohnte seine Familie im rostroten Haus im Hintergrund.
Im alten Dorfkern von Altcoschütz ist Martin Brambach (48) aufgewachsen. Zuerst wohnte seine Familie im rostroten Haus im Hintergrund.

Von Katrin Koch

Tatort Dresden - Martin Brambach (48) ist der Chef der Mordkommission im neuen Dresdner „Tatort“-Krimi „Auf einen Schlag“ (Ausstrahlung 2016). Und er ist auch im echten Leben ein Dresdner:

Hier wurde er geboren, hier verbrachte er die ersten sechs Jahre seines Lebens. Nun ging Brambach exklusiv mit der MOPO24 auf Spurensuche.

Nach über 40 Jahren sah Brambach zum ersten Mal die Orte seiner Kindheit wieder! „Ehrlich gesagt, ich bin total aufgeregt“, gesteht Brambach vorm Radebeuler Radisson-Hotel. Eine kichernde Frauengruppe aus Bayern hat sich schnell mit dem TVStar fotografieren lassen, dann steigen wir ins Auto und fahren nach Altcoschütz - „hier habe ich meine Kindheit verbracht, bis die Familie nach Berlin zog“.

Der Nase nach haben wir die alte Bäckerei gefunden: Vorm Haus kommen Martin Brambach (l.) und Reporterin Katrin Koch mit Bäckerei-Mitarbeiter Uwe Hoberg ins Gespräch. Er lädt uns in die Bäckerei ein.
Der Nase nach haben wir die alte Bäckerei gefunden: Vorm Haus kommen Martin Brambach (l.) und Reporterin Katrin Koch mit Bäckerei-Mitarbeiter Uwe Hoberg ins Gespräch. Er lädt uns in die Bäckerei ein.

Wir halten im alten Dorfkern. „Oh Gott, ist das schön hier!“, atmet Brambach erleichtert auf.

„Ich hatte befürchtet, dass es die alten Häuser nicht mehr gibt.“ Doch die alte Weide steht noch vorm Gasthof. Die alten Fachwerkhäuser aus dem 16./ 17. Jahrhundert sind schmuck saniert.

„Eine Idylle“ - Brambach ist gerührt. Er holt eine Skizze aus der Jacke. Mutter Heidi hat alles aufgezeichnet - Wohnhaus, Kindergarten, Gasthaus. Altcoschütz Nr. 9 - hier hat Brambach als Steppke gewohnt.

„Wir hatten nur eine kleine Wohnung im Erdgeschoss, auf dem Hof war eine Holzfabrik. Vor meinem Fenster war immer Kies aufgeschüttet. Und so bin ich eines morgens im Schlafanzug aus dem Fenster gerutscht und hab die Welt erkundet“, lacht Brambach. „Aber die Wohnung war feucht, ich hatte ständig Husten und so sind wir ums Eck verzogen.“

Dieses Haus finden wir nicht mehr, aber Brambachs Kindergarten. „Da bin ich immer mit dem Roller hingefahren. So schick war der damals natürlich nicht“, beugt sich Brambach in der Gebauerstraße 4 über den Zaun der heutigen Kita „Entdeckerkiste“.

Wir gehen nur ein Paar Schritte, da steigt uns Kuchenduft in die Nase.

Er führt uns in die Bäckerei „Stollenbackstube.de“ von Jörg Sarodnick (42). „Na klar, Mensch!“, erinnert sich Brambach. „Hier habe ich mir immer Kuchenränder geholt.“ Eine ganze Tüte voll. „Das muss bei meiner Oma gewesen sein, denn wir führen die Bäckerei in vierter Generation“, sagt Sarodnick stolz und schenkt seinem Promi-Gast einen Christstollen.

Brambach ist happy - ein Teil seiner Kindheit ist auferstanden. „Und die Fotos werde ich alle meiner Mutter zeigen ...“

Da kommen wir gerade richtig: Martin Brambach holt mit Bäckermeister Jörg Sarodnick (42, r.) die Stollen aus dem Ofen.
Da kommen wir gerade richtig: Martin Brambach holt mit Bäckermeister Jörg Sarodnick (42, r.) die Stollen aus dem Ofen.
Im Wäldchen hinterm Dorfkern stromerte Brambach als Junge: „Jeder Stock wurde zum Gewehr. Wir haben Indianer gespielt und Buden gebaut.“
Im Wäldchen hinterm Dorfkern stromerte Brambach als Junge: „Jeder Stock wurde zum Gewehr. Wir haben Indianer gespielt und Buden gebaut.“

Fotos: Thomas Türpe


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