Finger von Prostituierter an Film-Produktionsfirma geschickt

"Das ist nur ein Film" heißt es gleichzeitig: Die Ebenen überschneiden sich, wenn die Ermittler sich beim Ermitteln zusehen.
"Das ist nur ein Film" heißt es gleichzeitig: Die Ebenen überschneiden sich, wenn die Ermittler sich beim Ermitteln zusehen.  © rbb/Reiner Bajo

Berlin - Der per Post zugeschickte Finger einer vor Jahren getöteten minderjährigen Prostituierten führt die Kommissare Robert Karow (Mark Waschke, 45) und Nina Rubin (Meret Becker, 49) zu einer Filmproduktionsfirma und den Regisseur Schwarz, dessen Film "Meta" gerade Berlinale-Premiere feiert.

Gruselig: In dem Thriller ermitteln zwei Polizisten einen Mord, der exakt ihrem aktuellen Fall gleicht!

War etwa Drehbuchautor Peter Koteas der Mörder und "Meta" ist sein filmisches Geständnis? Man kann ihn nicht mehr fragen, Koteas beging unlängst Selbstmord.

Der Fall scheint gelöst, doch Karow ist wie besessen von dessen Film, in dem die Polizisten eine Geheimdienst-Verschwörung aufdecken. Dann wiederholen sich immer mehr Details aus der Film-Handlung in der Realität ...

Lohnt sich das Einschalten?

Robert Karow (Mark Waschke, 45) und Nina Rubin (Meret Becker, 49) ermitteln im "Tatort: Meta" im Umfeld der Berlinale.
Robert Karow (Mark Waschke, 45) und Nina Rubin (Meret Becker, 49) ermitteln im "Tatort: Meta" im Umfeld der Berlinale.  © rbb/Reiner Bajo

Ja, absolut, auch wenn der Berliner "Tatort: Meta" als Film-im-Film-Experiment mit seinem Spiel auf mehreren Ebenen vor allem Cineasten ansprechen dürfte. Pünklich zur gerade laufenden Berlinale gibt es den passenden "Tatort".

Es ist aber kein Berlinale-Film, auch wenn ein paar Szenen auf dem roten Teppich gedreht wurden. Eher geht es darum, wie sich ein Film selber auf mehrere Meta-Ebenen hievt. Irgendwann etwa sitzt Karow im Kino und sieht den Film "Meta", in dem Polizisten im Kino sitzen und einen Film sehen, in dem ein Polizist im Kino sitzt.

Die Bilder spiegeln sich unendlich, bis Rubin und der Film-Polizist fast zeitgleich "Das ist doch nur ein Film" schreien. Das ist extrem clever konstruiert und vor allem für Filmfreaks eine helle Freude.

Auf dieses vertrackte Konzept muss man sich einlassen, aber es klingt komplizierter als es ist: "Meta" ist ein ein handfester Thriller, in dem es spätestens dann blutig wird, wenn Kommisar Karow sich mit dem "Taxi Driver" identifiziert und im Großstadtdschungel aufräumen will ...

Dieser Ausnahme-"Tatort" ist sicherlich durchgeknallt, aber auch für Zuschauer mit weniger Seh-Erfahrung schlüssig erzählt und sauspannend!

Titelfoto: rbb/Reiner Bajo


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