Schonzeit vorbei! Wieder viele grausige Morde

Nach dem Tod eines
Porno-Starlets ermittelt
Kommissar
Franz Leitmayr (Udo
Wachweitl) in den
Untiefen der Sexfilm-Branche.
Nach dem Tod eines Porno-Starlets ermittelt Kommissar Franz Leitmayr (Udo Wachweitl) in den Untiefen der Sexfilm-Branche.  © ARD

Berlin - Pünktlich 20.15 Uhr ist die spannungsarme Zeit vorbei. In der ARD beginnt Sonntagabend die Tatort-Saison 2017/18.

Auch wenn die meisten Sendestarts noch nicht feststehen, ist eines doch schon sicher: In den mörderischen Metropolen des TV-Landes warten ein paar spektakuläre Fälle darauf, gelöst zu werden.

Am 1. Oktober startet das neue Schwarzwald-Team als Nachfolger des Bodensee-„Tatorts“. Die Ermittler Franziska Tobler und Friedemann Berg (Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner) bekommen es in ihrem ersten Fall („Goldbach“) mit einem erschossenen Kind im Wald zu tun.

Der vierte Krimi aus Dresden heißt „Auge um Auge“, es geht um tödliche Schüsse gegen den Mitarbeiter einer intriganten Versicherungsfirma.

Im Fall „Der wüste Gobi“ aus Weimar haben es Kira Dorn und Lessing (Nora Tschirner und Christian Ulmen) mit einem mutmaßlichen Frauenmörder zu tun. Beide Filme laufen Ende des Jahres.

Beim Kieler „Tatort“ ist Axel Milberg erstmal allein unterwegs. Außerdem soll es nach längerer Pause einen neuen Hannover-„Tatort“ mit Maria Furtwängler geben - bei dem Krimi „Der Fall Holdt“ führte die Filmemacherin Anne Zohra Berrached („24 Wochen“) Regie.

Den größten Aufreger liefern die alten Münchner Ermittler-Hasen Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachveitl). Sie tauchen im Fall „Hardcore“ tief in die bayerische Sexfilm-Szene ein. Der Porno-Krimi soll am 8. Oktober gezeigt werden.

Eisner und Fellner bekommen es mit
dem missgelaunten Dr. Rottensteiner
(Markus Schleinzer) zu tun.
Eisner und Fellner bekommen es mit dem missgelaunten Dr. Rottensteiner (Markus Schleinzer) zu tun.  © ARD

So wird der „Outbreak“-Tatort

Wien - Unsere Alpennachbarn leiten die neue „Tatort“-Saison ein: Die Wiener Kommissare Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, 56) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser, 58) werden in ein Dörfchen in der Steiermark gerufen. In einem Steinbruch liegt die Leiche eines Afrikaners unter Schutt begraben - Unfall oder Mord?

In einem nahegelegenen Bauernhaus betreibt Dr. Albert Reuss einen Fluchthof. Er kümmert sich dort um Menschen aus Zentralafrika, wo er jahrelang als Arzt für Hilfsorganisationen tätig war. Reuss‘ Bruder, ein Geschäftsmann, hat immer wieder Flüchtlinge im Steinbruch beschäftigt. Das gefiel nicht jedem im Dorf.

Dann wird das gefährliche Ebola-Virus im Blut des Opfers diagnostiziert. Ein Katastrophenschutzkommando riegelt die 6 000-Seelen-Gemeinde ab, mögliche Gefährdete kommen in Quarantäne. Wichtigste Verhaltensregel: nichts anfassen!

Eisner und Fellner schwant schon bald, dass sie in Lebensgefahr schweben, denn sie befanden sich in unmittelbarer Nähe des Infizierten…

Was verbergen Dr. Reuss
(Andreas Kiendl) und Nafi
(Merith Britney Usifoh)?
Was verbergen Dr. Reuss (Andreas Kiendl) und Nafi (Merith Britney Usifoh)?  © ARD

Lohnt sich das Einschalten?

Letztlich ja. Anfangs hat es noch den Anschein, es handele es sich um eine Folge aus der alten Saison, in der gefühlt jeder zweite Fall um Flüchtlinge kreiste. Der „Tatort: Virus“ - dröger Standard?

Nein, denn nach der Hälfte kommt der Film in Fahrt, wenn die Ebola-Seuche auszubrechen droht, Panzerwagen auf den Marktplatz fahren und der Krimi sich zum Katastrophen-Thriller à la „Outbreak“ wandelt. Da ein „Tatort“ nicht mit Hollywood-Action mithalten kann, wird die Szenerie mit Humor und fein gezeichneten Figuren aufgelockert: Der grandios griesgrämige Leiter des Seuchenkommandos etwa amüsiert als herrliches Ösi-Ekel!

Der Fall mündet in ein rasantes Finale und zeigt, wie berechtigt die weltweite Furcht vor dem tödlichen Fieber und wie nötig medizinische Hilfe in armen Ländern ist.

Bleibt nur zu hoffen, dass bei manchem Zuschauer nicht allein das unbehagliche Bild von Afrika-Flüchtlingen, die Gefahren „einschleppen“, hängenbleibt.

Titelfoto: ARD


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