Skandal-Schlachthof: Ermittlungen gegen Tierärzte

Mosbach - Im Fall des wegen Tierschutzverstößen geschlossenen Schlachthofs in Tauberbischofsheim (Main-Tauber-Kreis) wird inzwischen gegen 25 Personen ermittelt.

Die Mitarbeiter des Betriebs sollen die Tiere etwa mit Elektroschocks gequält haben.
Die Mitarbeiter des Betriebs sollen die Tiere etwa mit Elektroschocks gequält haben.  © DPA

Darunter seien drei Tierärzte des zuständigen Landratsamtes sowie Schlachter und andere Mitarbeiter, die mit den Tieren in direktem Kontakt waren, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Mosbach. Zuvor hatte der Mannheimer Morgen berichtet.

Die Ermittlungen könnten sich noch Monate hinziehen, so der Sprecher der Anklagebehörde. Der Schlachthof bleibe bis auf weiteres zu, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis. Der Betrieb müsse noch einige Auflagen erfüllen. Dann werde - unabhängig vom Ausgang der Ermittlungen - geprüft, ob er wieder öffnen dürfe.

Tierschützer hatten heimlich Kameras installiert und gefilmt, wie Tiere ohne ausreichende Betäubung geschlachtet wurden. Auf den Aufnahmen zu sehenden Mitarbeiter seien inzwischen identifiziert worden, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Unter anderem sollen die Beschäftigten unnötig Elektroschocks eingesetzt und den Tieren damit unnötig Leid zugefügt haben. Den Tierärzten wiederum wird vorgeworfen, nicht eingegriffen zu haben. Nun müssten Sachverständige urteilen, was die Tiere empfanden. "Es braucht erhebliches Leiden, damit es eine Straftat ist", sagte der Sprecher der Anklagebehörde.

Februar dieses Jahres: Die Polizei ist beim Schlachthof angerückt.
Februar dieses Jahres: Die Polizei ist beim Schlachthof angerückt.  © DPA

Titelfoto: DPA


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