Visa-Probleme: Buddha-Tempel kommt nicht aus dem Knick

Taucha - Dieser Tage sollte in dem Vorort von Leipzig ein europaweit einmaliges Bauwerk eingeweiht werden: ein original buddhistischer Tempel (TAG24 berichtete). Allerdings hatten die Bauherren nicht mit der hiesigen Bürokratie gerechnet. Die Tempelweihe verschiebt sich jetzt um mindestens ein halbes Jahr.

So soll der buddhistische Tempel in Taucha aussehen.
So soll der buddhistische Tempel in Taucha aussehen.

Die prachtvolle Pagode wird komplett in Handarbeit gefertigt. Das Besondere an dem zweistöckigen Holzgebäude: Es wird kein einziger Nagel, keine Schraube und kein Betonteil verbaut. Probehalber wurde das Chan Tinh Zen-Kloster vor zwei Jahren bereits einmal in Hanoi zusammengesteckt, inzwischen lagern die Bauteile in Taucha.

Doch die vietnamesischen Spezialisten, die den Tempel seit März bauen sollen, haben noch immer keine Visa für Deutschland. In der deutschen Botschaft Hanoi gab es eine Panne bei der Übergabe während der Urlaubszeit. Vorher musste noch beim Arbeitsamt nachgewiesen werden, dass deutsche Handwerker mit dieser jahrhundertealten vietnamesischen Handarbeit eher fremdeln.

Inzwischen gibt sich der Architekt aber optimistisch, dass die Handwerker - so Buddha will - in vier bis sechs Wochen eintreffen. Marco Stelzel: "Für das Holz ist es nicht schlimm, wenn es bei Kälte verbaut wird. Nur die Arbeiter müssen halt eine Jacke mehr drüberziehen." Das Betonfundament wurde immerhin schon gegossen.