Tausende Plakate abgerissen: So groß ist die Zerstörungswut in Sachsen!

FDP-Sachsen-General Torsten Herbst (44). Auch den Liberalen werden immer 
wieder Plakate beschädigt.
FDP-Sachsen-General Torsten Herbst (44). Auch den Liberalen werden immer wieder Plakate beschädigt.  © dpa/Alexander Prautzsch

Dresden - Vor der Bundestagswahl am 24. September ist Sachsen zugepflastert mit Wahlplakaten. Doch alle Parteien kämpfen gegen die Zerstörungswut. Nach Einschätzung von CDU, Linken, Grünen und AfD nimmt das Problem zu.

Die Linke meldete jüngst, dass Autoreifen eines Wahlkampfhelfers zerstochen wurden. Nicht die einzige Sachbeschädigung: „Eine große Anzahl an Plakaten wurde bereits kurz nach dem Hängen von Unbekannten beschädigt oder ganz entfernt. Teilweise wurden ganze Straßenzüge deplakatiert“, so ein Sprecher. Auch die Zahl der Übergriffe auf Großflächen sei ungewöhnlich hoch. Oft seien sie nicht nur beschädigt, sondern umgeworfen und ganz zerstört worden.

Ähnlich die Grünen. Wahlkampfleiter Valentin Lippmann (26): „Wir schätzen, dass wir in den letzten zwei Wochen bis zu einem Viertel der gehängten Plakate durch Zerstörung oder Beschmierung verloren haben, wobei vor allem die Zerstörung das größte Problem ist.“ In den Großstädten habe die Zerstörungswut im Vergleich zur letzten Bundestagswahl deutlich zugenommen. „Teilweise überstehen die Plakate keinen Tag unbeschadet.“

Auch die AfD berichtet von mehr Problemen als bei der Landtagswahl 2014. 800 Plakate seien abgerissen, beschädigt oder zerstört, 200 verschwunden, so Landesvize Thomas Hartung (55). „Schwerpunkte sind Leipzig, Dresden, Meißen und Chemnitz.“ FDP-Generalsekretär Torsten Herbst (44): „Zehn Prozent der 19.000 Plakate sind schon zerstört oder geklaut.“

Die CDU vermeldet ebenfalls, dass Plakate öfter als früher beschmiert, beschädigt und zerstört werden. Generalsekretär Michael Kretschmer (42): „Das zeigt einmal mehr, dass es Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die nicht willens oder fähig sind, die Diskussion zu suchen.“

Bei der Sachsen-SPD gibt es dagegen den üblichen Schwund. In Dresden seien es fünf bis zehn Prozent.

Ein beschmiertes Plakat der Linkspartei im Erzgebirge.
Ein beschmiertes Plakat der Linkspartei im Erzgebirge.  © André März
Zerstörte Plakate von SPD und CDU im Erzgebirge.
Zerstörte Plakate von SPD und CDU im Erzgebirge.  © André März

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