Taxi-Demo gegen Uber und Scheuer (CSU) blockiert Stuttgarter Innenstadt

Stuttgart - Taxifahrer bangen um ihre Jobs! In Stuttgart demonstrierten am Mittwochmittag rund 400 Taxifahrer gegen mögliche Änderungen des Personalbeförderungsgesetzes und legten mit einer beeindruckenden Kolonne die Stuttgarter Innenstadt lahm.

Taxi-Demo-Kolonne in Stuttgart.
Taxi-Demo-Kolonne in Stuttgart.  © Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

So regierte die Farbe gelb rund um den Stuttgarter Karlsplatz, auf dem die Abschlusskundgebung der Demonstration stattfand.

Die Taxifahrer, teilweise auch in Gelbwesten gekleidet, machten gewaltig auf sich aufmerksam: Mit lautem Autokorso fuhren die Demonstranten in ihren Taxis vom Cannstatter Wasen, über den Hauptbahnhof und die Theodor-Heuss-Straße zum Karlsplatz (in der Nähe vom Charlottenplatz).

Streckenweise war die Stuttgarter Innenstadt komplett dicht: Im Schneckentempo fuhren die Taxis die Theodor-Heuss entlang, wie in dem unten verlinkten TAG24-Video zu sehen ist.

Auch die Polizei sprach gegenüber TAG24 von "Verkehrsbehinderung" durch die Demonstration.

Klar ist jedoch, die Taxifahrer, die unter dem Motto "Unsere Taxis + unsere Jobs = deine Mobilität" um ihre Rechte kämpfen, haben sich Gehör verschafft.

Die demonstrierenden Taxifahrer.
Die demonstrierenden Taxifahrer.  © Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Und sie haben Angst. Angst vor der Liberalisierung des Personenbeförderungsgesetzes und um ihren Job.

So plant Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Aufweichung zwischen Mietwagen und Taxi, was in einem Schreiben des Taxi-Bundesverbandes verurteilt wird.

Denn somit könnte ermöglicht werden, dass Fahrdienstvermittler-Apps wie "Uber" neue Möglichkeiten haben sich in Deutschland durchzusetzen.

Über "Uber" können Privatpersonen freie Sitzplätze an andere verkaufen, ohne beispielsweise eine Taxifahrer-Lizenz zu benötigen. Diese können ihre Dienste dementsprechend billiger anbieten.

Taxifahrer Apostolos versteht deshalb die Welt nicht mehr: "Die machen dann unsere Jobs", fürchtet er um seinen Arbeitsplatz.

Haben Angst vor der billigen Konkurrenz: Stuttgarter Taxi-Fahrer.
Haben Angst vor der billigen Konkurrenz: Stuttgarter Taxi-Fahrer.

Der 52-Jährige hat kein Verständnis dafür, dass schlussendlich jeder sein Auto nehmen könne und dann den Job ausführt, den er bereits seit 30 Jahren macht.

Auch zu Verkehrsminister Scheuer hat Apostolos, der seinen Nachnamen nicht nennen möchte, eine klare Meinung: "Der ist schlecht für uns".

Doch auch der von den Demonstrierenden kritisierte Scheuer hat natürlich Gründe für die geplante Gesetzesänderung.

Er will auf dem Land neue Möglichkeiten schaffen. Und sieht in den alternativen Fahrdiensten eine Chance für neue Mobilität, besonders für ältere Menschen.

Davon wollen die Taxifahrer wie Apostolos allerdings nichts wissen. Sie werfen dem Verkehrsminister Entscheidungen zugunsten der Konzerne wie Uber vor.

Uwe, der seit 42 Jahren Taxi fährt, reagiert auf Verkehrsminister Scheuer (CSU) angesprochen aufgebracht: "Er hat keine Ahnung von unserem Gewerbe". Uwe demonstriert heute, wie vermutlich alle etwa 400 Taxifahrer, die aus ganz Baden-Württemberg nach Stuttgart gereist sind, um sein "Gewerbe zu schützen".

An Verkehrsminister Scheuer hat Uwe noch eine klare Botschaft: "Er soll seine Hausaufgaben machen".

Die Theodor-Heuss-Straße war während der Taxi-Demo heute Mittag völlig dicht.
Die Theodor-Heuss-Straße war während der Taxi-Demo heute Mittag völlig dicht.  © TAG24

Titelfoto: Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

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