Team Wallraff undercover in Psychiatrien erntet viel Ärger und viel Lob!

Köln - Die Sendung "Team Wallraff - Reporter undercover" hat am Montagabend für viel Aufsehen gesorgt. Die Reporter hatten undercover in Psychiatrien in Deutschland recherchiert. Dabei haben sie teils erschreckende Szenen gefilmt. Der Sender RTL wurde vor der Ausstrahlung juristisch angegangen - die Ausstrahlung sollte verhindert werden.

Reporter-Ikone Günter Wallraff.
Reporter-Ikone Günter Wallraff.  © TVNow

Doch der Sender RTL gab dem Reporterteam um Journalisten-Ikone Günter Wallraff Rückendeckung und die Aufnahmen wurden ausgestrahlt.

Überfordertes Personal, Patienten, die zur Strafe auf dem Flur schlafen müssen und Medikamente, die ohne Einwilligung verabreicht werden: Das sind einige der Szenen, die die Reportage ans Licht brachte.

Gegenüber dem Branchendienst Meedia.de berichtet RTL von fast 30 juristischen Eingaben bei RTL.

"Es ist bisher noch nie in dieser Massivität versucht worden, die Sendung im vorhinein zu verhindern. Aber wir senden – jetzt erst recht", hatte der 76-jährige Günter Wallraff kurz vor der Sendung via Facebook mitgeteilt.

Und die Sendung sorgte für ein großes Aufsehen. Insbesondere Menschen zwischen 14 und 49 Jahren schauten sich die Sendung bei RTL an. Doch insgesamt kam "Team Wallraff -Reporter undercover" nur auf 2,74 Millionen Zuschauer.

Lob von Zuschauern für Team Wallraff

Allerdings sorgten die gezeigten Inhalte auf den Social-Media-Plattformen wie Facebook für erhebliche Reaktionen. Und dabei gibt es ganz überwiegend nur viel Lob für die Reporter von "Team Wallraff".

"Ich saß vor dem Fernseher und war teilweisse schockiert. Ich selbst arbeite in der Pflege. Bei sowas weint einem das Herz. Vielen dank an der Team Wallraff", kommentierte eine Userin bei "Team Wallraf".

Eine andere schreibt: "Ich war gestern entsetzt, als ich diesen Bericht sah. Dass man in diesem Land so mit Menschen umgehen kann, hätte ich vorher nicht gedacht. Vielen Dank an euer Team für diesen Kampf!" Insgesamt liefen Hunderte Kommentare zu der gezeigten Sendung ein.

Juristischer Ärger folgt

Doch RTL und die Journalisten werden es auch weiterhin mit juristischem Ärger zu tun bekommen. So flog ein Reporter bei der geheimen Undercover-Arbeit auf. RTL rechnet nach eigenen Angaben mit Folge-Klagen.

Das in der Reportage gezeigte Unternehmen Vivantes hat umfangreich Stellung zu den Dreharbeiten bezogen. So räumte Vivantes ein, dass einige gezeigte Szenen nicht den Ansprüchen an eine psychiatrische Versorgung genügten.

"Wir wissen, dass die Situation in der Psychiatrie sowohl für unsere Kolleginnen und Kollegen als auch für unsere Patientinnen und Patienten tagtäglich eine Herausforderung darstellt. Deshalb arbeiten wir kontinuierlich an einer Verbesserung der Versorgung und der Arbeitsbedingungen."

Das Unternehmen hat zusätzlich eine ausführliche Frage&Antwort-Seite eingerichtet. Themenkomplexe wie Auslastung, Betreuung, Medikation und Sauberkeit werden hier aufgegriffen.

Günter Wallraff sieht dringenden Handlungsbedarf. Gegenüber Meedia.de sagte er: "Die menschenunwürdigen Zustände müssen aufgearbeitet und patientengerechte Pflege und Unterbringung gewährleistet werden."

Die gezeigten Missstände müssten auch direkt durch zuständige Behörden überprüft und abgestellt werden, so Wallraff.

Eine Szene aus der Reportage.
Eine Szene aus der Reportage.  © TVNow
Viele Menschen in Deutschland leiden unter Depression und viele davon lassen sich stationär behandeln.
Viele Menschen in Deutschland leiden unter Depression und viele davon lassen sich stationär behandeln.  © TVNow

Titelfoto: TVNow

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