"Teil meines Lebens wurde mir genommen": Adil Demirci über seine Haft

Köln - Seit Montag ist der Kölner Sozialarbeiter Adil Demirci endlich wieder zu Hause. Am Freitagvormittag gab er nun eine Pressekonferenz und erzählte von seiner Haft in der Türkei.

Adil Demirci (33) auf der Pressekonferenz in Köln.
Adil Demirci (33) auf der Pressekonferenz in Köln.  © dpa/Roberto Pfeil

Nachdem der 33-jährige Heimkehrer seit April 2018 in der Türkei festgehalten wurde, äußerte er sich am Freitag zu den Umständen seiner Haft und dem darauf folgenden Ausreiseverbot.

Bei einem Kurzurlaub wurde der Kölner Sozialarbeiter verhaftet. Der Vorwurf: Mitgliedschaft einer Terrororganisation.

Nach der U-Haft durfte Demirci die Türkei nicht verlassen, obwohl seine Mutter in Deutschland unter einer Krebserkrankung litt.

Demirci machte genau das am meisten zu schaffen, auf der Pressekonferenz sagte er dazu: "Am schlimmsten war, dass ich nicht bei meiner krebskranken Mutter sein konnte."

Erst nach dem Tod seiner Mutter durfte er das Land verlassen, um an der Beerdigung teilzunehmen.

"Ich bin sehr erschöpft von der Zeit in der Türkei", sagte er laut DPA-Mitteilung, "ein Teil meines Lebens wurde mir weggenommen." Vor allem die Zeit im Hochsicherheitsgefängnis soll sehr schwer gewesen sein.

Für Demirci kommt jetzt die Zeit, in der er sich schnellstmöglich wieder in den Alltag in Köln eingewöhnen möchte.

Der Prozess gegen den Kölner wird im Oktober in der Türkei weitergeführt, anwesend sein muss Demirci dabei allerdings nach eigener Aussage nicht.

Demirci am Montagabend bei seiner Heimkehr.
Demirci am Montagabend bei seiner Heimkehr.  © dpa/Marcel Kusch

Mehr zum Thema Köln:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0