Radioaktiv verseuchtes Wasser in Kanalnetz geleitet! AKW nahe Sachsen erneut im Fokus

Temelin - Im umstrittenen tschechischen Atomkraftwerk Temelin ist es bei Reinigungsarbeiten zu einem Zwischenfall gekommen.

Das Kernkraftwerk in Temelin steht schon seit Jahren in der Kritik.
Das Kernkraftwerk in Temelin steht schon seit Jahren in der Kritik.  © DPA

Statt in einen Sammelbehälter hätten Arbeiter am vorigen Freitag schwach radioaktives Wasser in ein Kanalnetz geleitet, teilte Akw-Sprecher Marek Svitak am Montag mit. Die Flüssigkeit mit einem Volumen von 12 Kubikmetern sei in einem Auffangbecken der internen Kläranlage gelandet. Mitarbeiter hätten dort einen erhöhten Zufluss festgestellt.

Nach Darstellung des Betreibers gibt es keinen Grund für Befürchtungen. Man sei auf solche Fälle vorbereitet. "Niemand war irgendwie in Gefahr, und es gibt absolut keine Auswirkungen auf die Umwelt", sagte Svitak.

Die österreichischen Behörden würden aufgrund des sogenannten Melker Abkommens zum Informationsaustausch von 2011 über den Vorfall benachrichtigt.

Umweltschützer kritisierten das AKW in Temelin, das rund 60 Kilometer von der Grenze zu Bayern entfernt liegt, seit Jahren als störanfällig und gefährlich.

Besonders stört sie die Kombination aus US-amerikanischer Leit- und russischer Reaktortechnik. Die beiden Reaktorblöcke in Temelin decken rund ein Fünftel des tschechischen Stromverbrauchs.


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