Bluttat vor Tempodrom in Berlin: Was steckt dahinter?

Berlin - Nach einem tödlichen Überfall auf eine Gruppe von Männern vor dem Berliner Tempodrom am Freitagabend fahndet die Kriminalpolizei weiter nach den Tätern.

Eine zugedeckte Leiche liegt am Tempodrom in Berlin.
Eine zugedeckte Leiche liegt am Tempodrom in Berlin.  © Paul Zinken/dpa

Bei den Angreifern soll es sich nach den bisherigen Erkenntnissen vermutlich um mehrere Männer handeln. Darauf deuteten nach dpa-Informationen das Vorgehen der Täter und die vielen abgefeuerten Schüsse hin.

Außerdem sollen am Tatort nach Medienberichten mindestens zwei verschiedene Arten Patronenhülsen gefunden worden sein.

Die Staatsanwaltschaft teilte am Montag offiziell nichts Neues zu dem Fall mit. Die Mordkommission ermittle intensiv, hieß es nur.

Während in der Veranstaltungshalle am Freitagabend noch die türkische Comedyshow "Güldür, Güldür" (zu Deutsch: "Lachen, Lachen") des Komikers Ali Sunal lief, waren kurz vor 23 Uhr die Schüsse gefallen.

Ein 42-jähriger Mann mit türkischer Staatsangehörigkeit starb an einem Schuss in den Oberkörper. Vier weitere türkischstämmige Männer im Alter zwischen 28 und 52 Jahren wurden durch Schüsse verletzt, einer davon schwer.

Den Opfern soll in die Beine geschossen worden sein. Die Staatsanwaltschaft bestätigte Beinverletzungen. Dies könnte auf einen gezielten Angriff zwischen verfeindeten Gruppen möglicherweise im kriminellen Milieu hindeuten. Oder auf einen Racheakt im privaten oder familiären Bereich.

Ob die verletzten Männer ausgesagt haben, wurde nicht mitgeteilt. Bekannt ist, dass in bestimmten kriminellen Kreisen auch die Opfer die Zusammenarbeit mit der Polizei vermeiden, entweder aus Angst vor weiteren Racheakten oder weil es in den dortigen Kreisen zum Ehrenkodex gehört.

Einsatzfahrzeuge stehen am Tempodrom.
Einsatzfahrzeuge stehen am Tempodrom.  © Paul Zinken/dpa

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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