Tempolimit: Jetzt ist nicht mal mehr der ADAC dagegen

Goslar - In der Debatte um ein Tempolimit auf Autobahnen hat der ADAC seine jahrzehntelange ablehnende Haltung aufgegeben. Der ADAC sei "nicht mehr grundsätzlich" gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Selbst der ADAC schließt ein Tempolimit nicht mehr kategorisch aus.
Selbst der ADAC schließt ein Tempolimit nicht mehr kategorisch aus.  © 123RF Sergey Kuznetsov & Jens Büttner/zb/dpa

Das sagte der ADAC-Vizepräsident Verkehr, Gerhard Hillebrand, der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld des 58. Verkehrsgerichtstags in Goslar (29. bis 31. Januar).

Der ADAC ist mit gut 21 Millionen Mitgliedern der größte Automobilclub Deutschlands.

"Die Diskussion um die Einführung eines allgemeinen Tempolimits auf Autobahnen wird emotional geführt und polarisiert bei den Mitgliedern", sagte Hillebrand.

"Deshalb legt sich der ADAC in der Frage aktuell nicht fest." Eine Versachlichung sei dringend erforderlich.

In einer Umfrage unter Mitgliedern hatten 50 Prozent gegen ein Tempolimit votiert und 45 Prozent dafür.

Beim Klimaschutz werde bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern eine Einsparung von bis zu zwei Millionen Tonnen CO2 erwartet, sagte Hillebrand.

Aber auch das sei vage. "Wir brauchen eine umfassende Studie über die Wirkungen eines Tempolimits. Diese würde eine belastbare Entscheidungsgrundlage liefern."

AVD weiter strikt gegen ein Tempolimit

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) ist hingegen weiter strikt gegen eine Tempobegrenzung. Autobahnen seien die sicherste Straßenkategorie, sagte Sprecher Herbert Engelmohr.

Zudem machten die 13.000 Kilometer Autobahnen nur zwei Prozent des deutschen Straßennetzes aus. Rund 3900 Kilometer davon seien schon jetzt mit einem Tempolimit belegt. "Es erscheint dem AvD wenig plausibel, dass die Einführung einer generellen Tempobeschränkung auf einem derart kleinen Teil des Straßennetzes einen relevanten Effekt auf die CO2-Emissionen und damit für den Klimaschutz haben soll."

Autofahrer sollten auf einer freien Autobahn bei guten Wetterbedingungen weiterhin mit höherem Tempo fahren dürfen.

ADAC-Vizepräsident Verkehr, Gerhard Hillebrand.
ADAC-Vizepräsident Verkehr, Gerhard Hillebrand.  © Thomas Frey/dpa

Titelfoto: 123RF Sergey Kuznetsov & Jens Büttner/zb/dpa

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