Chaos-Club Tennis Borussia Berlin: Ex-Vereinsboss will sich Vorsitz erklagen!

Berlin - Der abgesetzte Vereinschef Jens Redlich will beim Berliner Traditionsclub Tennis Borussia den Vorsitz zurück. Das Amtsgericht Charlottenburg wird sich am Mittwoch (12 Uhr) damit beschäftigen, ob die Entmachtung Redlichs durch den Aufsichtsrat des ehemaligen Fußball-Bundesligisten rechtens ist.

Ex-TeBe-Boss Jens Redlich steht seit einiger Zeit in den Schlagzeilen.
Ex-TeBe-Boss Jens Redlich steht seit einiger Zeit in den Schlagzeilen.  © dpa/Christoph Soeder

Seinen Posten als Clubchef verlor der 38 Jahre alte Redlich Ende Juli, nachdem die beiden Aufsichtsratsmitglieder Franziska Hoffmann und Christian Gaebler eine Änderung im Vereinsregister erwirkt und Günter Brombosch als neuen Vorsitzenden eingesetzt hatten.

Möglich war das, weil Redlich bereits im November 2018 gegenüber den Vereinsgremien per E-Mail sein Amt niedergelegt hatte. Der Betreiber einer Fitnessstudiokette und Hauptsponsor des Traditionsvereins TeBe räumte zwar ein, "aus einem Disput heraus" per Mail seinen Rücktritt erklärt zu haben. Er habe aber auch klar angefügt, das Amt weiter auszufüllen, wenn Differenzen bei der Vereinsführung ausgeräumt würden, sagte Redlich.

Der entmachtete Vereinschef sprach von einem "Handstreich" des Aufsichtsrats und klagte gegen die Änderung im Vereinsregister. Ob ein Widerruf des Rücktritts vereinsrechtlich möglich ist oder nicht, muss mit geklärt werden.

Die Entmachtung Redlichs war der Höhepunkt eines monatelangen vereinsinternen Streits. Viele Fans hatten dem Fußball-Oberligisten aus Protest gegen den Vorstandsvorsitzenden Redlich den Rücken gekehrt und stattdessen Spiele anderer Berliner Vereine besucht.

Eine Gruppe von TeBe-Fans unterstützte nach Meinungsunterschieden mit Jens Redlich andere Vereine. Unter anderem besuchten sie Roter Stern Leipzig (Foto).
Eine Gruppe von TeBe-Fans unterstützte nach Meinungsunterschieden mit Jens Redlich andere Vereine. Unter anderem besuchten sie Roter Stern Leipzig (Foto).  © dpa/Christoph Soeder

Redlich ist noch immer Hauptsponsor und will auch seine vertraglich festgelegten finanziellen Zusagen weiter einhalten. Nach eigenen Angaben hat er seit seinem Einstieg bei TeBe rund 2,8 Millionen Euro investiert. Innerhalb des Vereins, der nach vier Spieltagen in der fünftklassigen NOFV-Oberliga Nord Tabellenführer ist, sind die Fronten weiter verhärtet.

Die neue TeBe-Führungsriege sieht der Anhörung vor dem Amtsgericht gelassen entgegen. "Wir sind da recht entspannt", sagte Steffen Friede, der neben dem Vorsitzenden Brombosch neu im Vorstand sitzt. Die Änderung im Vereinsregister sei von einem Notar abgesegnet worden, fügte Friede hinzu.

Hoffmann und Gaebler hatten eine turbulente Mitgliederversammlung, bei der fünf Aufsichtsräte gewählt wurden, die Redlich nahe stehen, für nichtig erklärt und als verbliebene Mitglieder des Aufsichtsrats einen neuen Vorstand bestellt.

Allerdings seien "gar keine Rechtsmittel eingelegt" worden, entgegnete Redlich, der die Mitgliederversammlung im Januar diesen Jahres noch geleitet hatte. Auch das müsse nun gerichtlich aufgearbeitet werden.

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