"Terminator: Resistance" im Test: Wer kann der Killer-Maschine widerstehen?

München - Was Arnold Schwarzenegger und Kollegen in "Terminator: Dark Fate" aktuell im Kino nicht schaffen, haben Entwickler Teyon und Publisher Reef Entertainment umgesetzt: Den Spaß am Franchise zurückzubringen.

Je länger man spielt, desto wuchtiger - wenn auch nicht zwingen effektiver - werden die Waffen.
Je länger man spielt, desto wuchtiger - wenn auch nicht zwingen effektiver - werden die Waffen.  © Reef Entertainment/Deep Silver/Koch Media

Als riesiger Fan des Terminator-Franchises (trotz allem, was nach "T2: Judgement Day" kam) schlagen zwei Herzen bei "Terminator: Resistance" in meiner Brust. Das eine denkt sich: "Technisch und spielerisch hätte man da deutlich mehr machen können."

Das andere allerdings brüllt: "Da ist ein T 800! Mach ihn platt! Leg ihn um! Hasta la vista, Blechschädel!"

In der TAG24-Gaming-Redaktion war jedoch eines sofort klar: Dieses Spiel ist emotional und vom Setting her deutlich näher an den beiden James-Cameron-Filmen als dieser aktuelle Betriebsunfall im Kino, der sich "Dark Fate" nennt.

Zur Handlung: Die Geschichte von "Terminator: Resistance" spielt in der Zukunft (2028) und setzt vor den Geschehnissen des ersten Terminators (1984) an. Verwirrt? Ja, das haben Zeitreise-Plots so an sich, ist aber trotzdem korrekt.

Auf der PS4 eingelegt, schlüpfen wir in die Rolle des Widerstandskämpfers Private Jacob Rivers, einem handelsüblichen Soldaten, der sein Leben dem Kampf gegen die Vorherrschaft der Maschinen gewidmet hat.

Wobei ihm in dieser postapokalyptischen Dystopie auch nicht viele Alternativen bleiben: Entweder Du kämpfst um das Überleben der Menschheit - oder Du stirbst eben beim Versuch, Dir als pazifistischer Kaninchenzüchter einen Namen zu machen.

Die Maps sind überschaubar, die Handlung absolut dem Genre entsprechend, die Kulisse ist so etwas wie der feuchte Traum aller Terminator-Fans und das Spielvergnügen hält etwa acht Stunden lang.

Von allen bisherigen Terminator-Spielen ist "Resistance" das Beste

Der T 800: Die wohl beliebteste menschenvernichtende Künstliche Intelligenz der Popkultur.
Der T 800: Die wohl beliebteste menschenvernichtende Künstliche Intelligenz der Popkultur.  © Reef Entertainment/Deep Silver/Koch Media

Grafisch befindet sich das Spiel irgendwo zwischen PS3 und PS4, die Framerate eher bei den Last-Gen-Konsolen. Also da, wo "WWE 2k20" gerne hingekommen wäre (TAG24 berichtete). Was jedoch nichts macht.

Ich persönlich finde ohnehin, dass das Rum-Nerden an der Grafik jederzeit dem Spielerlebnis und -spaß unterzuordnen ist. Wer "Luigi's Mansion 3" gespielt hat, weiß, wovon ich spreche. Gleiches gilt auch hier, wenngleich natürlich die T 800 vor fast 30 Jahren in "Judgement Day" besser aussahen, als es hier der Fall ist. Aber: Schwamm drüber.

Denn das Spiel vereint das Action-Adventure-Survival-Genre (wie beispielsweise "Tomb Raider"), inklusive all seiner Sammel- und Weiterentwicklungsfähigkeiten, mit entscheidungsbasierten Handlungsabläufen (ähnlich wie bei "Detroit: Become Human"). Das Ganze gepackt in einer "The Last Of Us"-ähnlichen Endzeit-Kulisse. Und das macht mit fortlaufender Story durchaus Laune.

Wer öfter Ego-Shooter zockt, sollte jedoch einen der beiden höheren Schwierigkeitslevel wählen. Die verschiedenen Kriegsmaschinen-Gegner verhalten sich im "Normal"-Modus nämlich oft zum Verrücktwerden dämlich, sind leicht zu besiegen und selbst die Storm Trooper aus dem Star-Wars-Franchise haben gefühlt eine höhere Trefferquote als diese "Künstliche Intelligenz".

Fazit: Von allen bisherigen Terminator-Videospielen ist "Resistance" mit Abstand das Beste. Der Soundtrack und einzelne Szenen sorgen für Gänsehautmomente bei den Fans, das Setting ist längst überfällig und zumindest die wichtigsten Neben-Charaktere haben eine gut geschriebene Background-Story. Bei der Synchronisation merkt man jedoch, dass die Sprecher zwar den Text, nicht aber die Szenen vor den Augen hatten, weil oft die Betonungen sehr fehl am Platz sind. Größter Kritikpunkt: Von einem Vollpreis-Titel hätte man mehr erwartet.

"Call of Duty" liefert aktuell für den gleichen Preis eine sehr gute Kampagne - jedoch plus Multiplayer. Der fehlt hier. Ich wage zu behaupten, dass sich das Spiel für 29,- oder maximal 39,- Euro ab Release wohl dreimal so oft verkauft hätte. Dennoch hatten wir viel Spaß mit dem Titel, der aus seiner Lizenz deutlich mehr gemacht hat als so manche Konkurrenz. Daumen hoch. Außerdem lieben wir es, einen Terminator brennen zu sehen.

Titelfoto: Deep Silver/Koch Media/Reef Entertainment

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