Nach Anschlag am Breitscheidplatz bekommen Opfer endlich richtigen Gedenkort

Eine Schneise der Verwüstung hinterließ Anis Amri auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin.
Eine Schneise der Verwüstung hinterließ Anis Amri auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin.  © DPA

Berlin - Am 19. Dezember fuhr Anis Amri mit einem gestohlenen Lkw in einen Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz und riss zwölf Menschen in den Tod. Acht Monate später ist wieder Normalität in der belebten City West an der Gedächtniskirche eingekehrt. Nur noch ein provisorischer Gedenkort erinnert mit Blumen, Briefen und Kerzen an den Anschlag, der jedoch nach wie vor ergreifend ist.

Doch das Provisorium soll bald einer richtigen Gedenkstätte weichen.

Derzeit arbeiten auf Initiative der Senatskanzlei sieben ausgewählte Architekturbüros an mögliche Vorschläge, wie auch Senatssprecherin Claudia Sünder gegenüber dem Tagesspiegel bestätigte. Wie Martin Gerber, Pfarrer an der Gedächtniskirche sagte, gebe es bereits eine Vorgabe. So soll auf einer Fläche von fünf mal vier Metern an der Nordseite der Kirche, in der Nähe zum Anschlagsortes, die Erinnerungsstätte geschaffen werden.

Einen passenden Text gebe es ebenfalls, der mit den Namen und Herkunftsländern der Toten ergänzt wird: "Zur Erinnerung an die Opfer des Terroranschlags auf dem Weihnachtsmarkt am 19. Dezember 2016. Für ein friedliches Miteinander aller Menschen."

Eine elfköpfige Jury, bestehend aus Fachpreisrichtern, Sachpreisrichtern und Architekten, entscheidet am Ende, welcher Entwurf das Kriterium der "Angemessenheit" erfüllt. Entsprechende Gespräche darüber hätten ebenfalls bereits stattgefunden, wie die Senatssprecherin sagte.

Sawsan Chebli (39, SPD), Staatssekretärin für Bürgerschaftlichen Engagement und Internationales, koordiniert das Verfahren. Am ersten Jahrestag des Anschlag soll der Gedenkort offiziell eingeweiht werden.

Zahlreiche Kerzen stehen an der Gedenkstelle für die Opfer des Anschlags auf dem Breitscheidplatz.
Zahlreiche Kerzen stehen an der Gedenkstelle für die Opfer des Anschlags auf dem Breitscheidplatz.  © DPA

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