Terror in Berlin: Polizei hat schon wieder den Falschen verhaftet

Anis Amri soll den Laster in den Weihnachtsmarkt gesteuert haben. Am Donnerstag gab die Polizei neue Ermittlungsergebnisse bekannt.
Anis Amri soll den Laster in den Weihnachtsmarkt gesteuert haben. Am Donnerstag gab die Polizei neue Ermittlungsergebnisse bekannt.  © DPA

Berlin – Auf der Jagd nach möglichen Komplizen des mutmaßlichen Terroristen Anis Amri (†24) hat die Polizei einen Rückschlag hinnehmen müssen.

Am Mittwoch wurde in Berlin ein Mann festgenommen, der Anis bei der Umsetzung seines mörderischen Vorhabens geholfen haben soll. Bei ihm soll es sich um einen 40-jährigen Tunesier handeln.

Auf der Pressekonferenz am Donnerstag gab eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft aber bekannt, dass sich nach dem aktuellen Ermittlungsstand der Verdacht gegen den Festgenommenen nicht bestätigt hat. Er wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

Schon unmittelbar nach dem Anschlag hatte die Polizei einen Mann als Täter verhaftet, der es aber nicht war und am nächsten Tag wieder gehen konnte.

Erst danach konzentrierten sich die Ermittlungen auf Anis Amri.

Auf der Pressekonferenz wurde ebenfalls darüber informiert, dass der polnische LKW-Fahrer nach vorläufigem Obduktionsbericht kurz vor dem Anschlag getötet wurde. Messerstiche, die auf einen Kampf hindeuten, wurden keine gefunden.

Der genaue Todeszeitpunkt sei auch noch nicht ganz klar. Erst der abschließende Obduktionsbericht im Januar wird darüber Klarheit bringen.

Das Video, in dem der mutmaßliche Attentäter von Berlin sich zur Terrormiliz Islamischer Staat bekennt, ist nach Angaben der Bundesanwaltschaft authentisch. Anis Amri sei den Ermittlungen zufolge darin zu sehen, sagte eine Sprecherin am Donnerstag in Karlsruhe.

Das IS-Sprachrohr Amak hatte vier Tage nach dem Anschlag, am 23. Dezember, ein Video veröffentlicht. Auf der knapp dreiminütigen Aufnahme schwört Amri dem Anführer der IS-Miliz, Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue.


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