Frankreich liefert Terroristen nach Entführung in Deutschland aus

Karlsruhe - Frankreich hat einen mutmaßlichen Unterstützer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK an Deutschland ausgeliefert.

Im Juni soll das PKK-Mitglied festgenommen worden sein. (Symbolbild)
Im Juni soll das PKK-Mitglied festgenommen worden sein. (Symbolbild)  © DPA

Dem 31-jährigen türkischen Staatsbürger werde Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Nötigung vorgeworfen, teilte die Bundesanwaltschaft am Dienstag mit.

Der Mitte Juli in Frankreich Festgenommene sei am Montag auf Basis eines deutschen und eines europäischen Haftbefehls überstellt und in Untersuchungshaft genommen worden.

Seine Inhaftierung steht im Zusammenhang mit der Festnahme von drei Männern und einer Frau im Juni, die an der Entführung eines früheren PKK-Mitglieds im Raum Stuttgart beteiligt gewesen sein sollen. (TAG24 berichtete)

Die Gruppe soll diesem Mann mit dem Tod gedroht haben, falls er nicht weiter mit der PKK zusammenarbeite. Den Angaben zufolge wurde er im April 2018 verschleppt, stundenlang verhört und geschlagen.

Die Bundesanwaltschaft hat die PKK als ausländische terroristische Vereinigung eingestuft.

Festnahme von vier Terroristen nach Entführung im Raum Stuttgart

Die kurdische PKK wurde von der Bundesanwaltschaft als terroristische Vereinigung eingestuft. (Symbolbild)
Die kurdische PKK wurde von der Bundesanwaltschaft als terroristische Vereinigung eingestuft. (Symbolbild)  © DPA

Die drei Männer und eine Frau sollen an der Entführung eines früheren PKK-Mitglieds im Raum Stuttgart maßgeblich beteiligt gewesen sein.

Es sei darum gegangen, dem Mann mit dem Tod zu drohen, um ihn zur weiteren Zusammenarbeit zu zwingen, wie die Karlsruher Behörde am Freitag mitteilte.

Den Angaben zufolge wurde der Mann von den nun Festgenommenen und weiteren Beteiligten in ein Auto gezwungen und in eine Gaststätte verschleppt. Dort sei er vier Stunden lang befragt und von drei maskierten und bewaffneten Personen wiederholt geschlagen worden.

Dem Anführer, einem 36 Jahre alten Türken, werfen die Ermittler neben seiner Mitgliedschaft in der PKK deshalb unter anderem auch erpresserischen Menschenraub und gefährliche Körperverletzung vor. Der Mann soll seit 2014 als hauptamtlicher Kader mehrere PKK-Regionen in Deutschland geleitet haben.

Bei den drei mutmaßlichen PKK-Unterstützern im Alter zwischen 25 Jahren und 36 Jahren steht unter anderem der Vorwurf der Freiheitsberaubung im Raum.

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