Tatverdächtiger nach ICE-Anschlägen verhaftet: Spuren führen zu IS-Terrorzelle

Wien/Allersberg - Nach den Anschlägen auf Hochgeschwindigkeitszüge in Deutschland haben Ermittler in Wien einen Ex-Militär aus dem Irak verhaftet.

Die österreichische Spezialeinheit Cobra verhaftete den Verdächtigen. (Symbolbild)
Die österreichische Spezialeinheit Cobra verhaftete den Verdächtigen. (Symbolbild)  © DPA

Deutsche und österreichische Geheimdienste ermitteln seit zwei Anschlägen auf ICE-Züge unter Hochruck nach den Tätern. In Wien hat die österreichische Spezialeinheit Cobra am Montag nun eine Wohnung gestürmt. Dies berichtete die "Kronen Zeitung".

Vorangegangen waren zwei Anschläge auf Hochgeschwindigkeitszüge in Deutschland. Am 7. Oktober im vergangenen Jahr gab es auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München den ersten Vorfall. Auf Höhe Allersberg (Mittelfranken) hatten Unbekannte ein dickes Stahlseil gespannt (TAG24 berichtete).

Die Polizei Berlin hatte am 24. und 25. Dezember von einem vergleichbaren Eingriff an einer Bahnstrecke in Karlshorst berichtet, bei dem auch ein Oberleitungsschaden festgestellt worden war.

Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, sollen die Attentäter laut Ermittlern ein klares Ziel verfolgen: "So viele Tote wie nur möglich!"

Es sollen weitere Anschläge auf ICE-Züge geplant sein. (Symbolbild)
Es sollen weitere Anschläge auf ICE-Züge geplant sein. (Symbolbild)

Verletzt wurde bei den beiden Anschlägen glücklicherweise niemand.

An beiden Tatorten fand die Polizei damals ein Drohschreiben in arabischer Schrift sowie eine Flagge des IS.

Die Ermittler stuften den Vorfall in Allersberg jedoch trotzdem nicht als Anschlag, sondern als gefährlichen Eingriff in den Zugverkehr ein. Dass das Stahlseil von Sympathisanten der Terrormiliz Islamischer Staat gespannt worden ist, sei unwahrscheinlich, hieß es (TAG24 berichtete).

Das Drohschreiben, genauer der verwendete Drucker für das Schreiben, führte die Ermittler nun zu einem Gemeindebau in Wien.

Der Verdächtige ist ein 42-jähriger Iraker. Der Mann soll laut Bericht verheiratet und Vater von fünf Kindern sein. Er wurde verhaftet.

Der Mann könnte Teil einer Terrorzelle sein. Beamte des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung sollen den Mann verhören.

15 Jahre lang soll der Verhaftete bei der irakischen Armee gedient haben. Seit fast 20 Jahren soll er als anerkannter Flüchtling in Österreich leben.

Update 15.15 Uhr: Vernehmung des terrorverdächtigen Irakers in Wien dauern an

Der terrorverdächtige Iraker, dem Anschläge auf zwei Bahnstrecken in Deutschland vorgeworfen werden, ist am Mittwoch von deutschen und österreichischen Ermittlern in Wien weiter vernommen worden.

Er habe erste Angaben zu seinem Motiv gemacht, sagte Staatsanwältin Nina Bussek. Welche Gründe für die Tat möglicherweise ausschlaggebend gewesen seien, wurde aber nicht mitgeteilt. "Wir sind in umfangreichen Ermittlungen."

Als nächstes werde die Staatsanwaltschaft die Untersuchungshaft beantragen, sagte sie.

Titelfoto: DPA

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