235 Tote bei Moschee-Anschlag in Ägypten

Zahlreiche Tote und Verletzte liegen in der al-Rawdah-Moschee in Bir al-Abd in der Nähe der Provinzhauptstadt Al-Arisch.
Zahlreiche Tote und Verletzte liegen in der al-Rawdah-Moschee in Bir al-Abd in der Nähe der Provinzhauptstadt Al-Arisch.  © DPA

Kairo - Bei einem der schwersten Anschläge der vergangenen Jahre in Ägypten sind mindestens 235 Menschen getötet worden.

Etwa 109 weitere Menschen seien bei dem Angriff auf eine Moschee im Norden der Sinai-Halbinsel verletzt worden, berichtete das staatliche Fernsehen unter Berufung auf eine Erklärung des zuständigen Staatsanwaltes.

Präsident Abdel Fattah al-Sisi kündigte eine "harte Antwort" an. "Wir werden mit aller Härte auf diesen Akt der Terroristen antworten", sagte er in einer Fernsehansprache. "Militär und Polizei werden unsere Märtyrer mit aller Kraft rächen."

Wie es aus Sicherheitskreisen hieß, legten Angreifer zunächst mehrere Sprengsätze rund um die Al-Rawdah-Moschee rund 40 Kilometer westlich der Provinzhauptstadt Al-Arisch und zündeten sie, als die Gläubigen nach dem Freitagsgebet herauskamen. Anschließend hätten sie auf Flüchtende geschossen, hieß es weiter.

Auf Bildern, die direkt nach dem Anschlag in den sozialen Netzwerken geteilt wurden, sind zahlreiche Körper zu sehen, die im Innern einer Moschee auf dem Boden liegen und teilweise mit Decken oder Kleidungsstücken abgedeckt sind.

Der grüne Teppichboden der Moschee ist voller Blutflecken. Auf anderen Fotos werden Menschen in Krankenwagen und auf der offenen Ladefläche von Autos weggefahren.

Ägyptische Sicherheitskräfte waren auf der Suche nach den Angreifern.

Muslimische Gläubige stehen vor der al-Rawdah-Moschee.
Muslimische Gläubige stehen vor der al-Rawdah-Moschee.  © DPA

Bundeskanzlerin Angela Merkel kondolierte mit einem Telegramm und erklärte: "Ich verurteile diesen niederträchtigen Anschlag auf das Schärfste. Seien Sie versichert, dass Deutschland im Kampf gegen den Terror weiter an der Seite Ihres Landes und der Menschen in Ägypten stehen wird."

Ägyptische Sicherheitskräfte waren auf der Suche nach den Angreifern. Sie würden sie in der Umgebung der Moschee verfolgen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Bei dem Gotteshaus soll es sich demnach um eine Moschee eines Sufi-Ordens handeln.

Im vergangenen Jahr hatte es in Ägypten mehrere Anschläge auf Christen und Kirchen gegeben. Der ägyptische Staat erklärte eine dreitägige Trauerzeit für die Opfer des Angriffs.

Auf der Sinai-Halbinsel kommt es immer wieder zu terroristischen Angriffen eines Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Vor allem Sicherheitskräfte sind im Visier der Islamisten. Militär und Polizei gehen in der Region massiv gegen mutmaßliche Terroristen vor.

Bei Razzien kam es zuletzt häufiger zu tödlichen Schusswechseln. Die Region im Norden der Halbinsel ist zu großen Teilen militärisches Sperrgebiet.

Titelfoto: DPA


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