Terror-Prozess in Frankfurt: IS-Kommandeur kam als Flüchtling nach Deutschland

Frankfurt am Main - Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt hat am Mittwoch der Prozess gegen einen mutmaßlichen Kämpfer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) begonnen.

Mit einer Kladde vor dem Gesicht schützte sich der 33-jährige Angeklagte beim Betreten des Gerichtssaals vor den Kamerateams und Fotografen.
Mit einer Kladde vor dem Gesicht schützte sich der 33-jährige Angeklagte beim Betreten des Gerichtssaals vor den Kamerateams und Fotografen.  © Boris Roessler/dpa

Als "Emir" soll der heute 33-jährige Syrer mindestens 20 IS-Kämpfer befehligt und selbst mit einem Sturmgewehr am Bürgerkrieg in Syrien teilgenommen haben.

Die Generalstaatsanwaltschaft legt ihm die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung zur Last. (AZ 5-2 OJs 32/18-1/19.)

Nach der Verlesung der Anklageschrift äußerte sich der Angeklagte weder zu den Vorwürfen noch zu seiner Person. Seinem Verteidiger zufolge aber wird er sich im Verlauf des Prozesses einlassen.

Den Ermittlungen zufolge schloss sich der Angeklagte bereits 2013 der radikalislamischen Terrororganisation an. Sein Aufstieg in der IS-Hierarchie erfolgte offenbar zügig.

Als Anführer soll er im Gebiet der Stadt Rakka Kontrollposten an Straßen und Patrouillen organisiert haben.

In diesem Zusammenhang wird ihm auch die Geiselnahme zweier Männer vorgeworfen.

Mutmaßlicher IS-Emir wurde in Kassel festgenommen

Im Juni 2015 war er laut Gericht als Flüchtling eingereist und lebte später in Kassel. Spezialkräfte der Polizei nahmen ihn im November 2018 fest, nachdem Einzelheiten zu seiner mutmaßlichen Rolle im syrischen Bürgerkrieg bekannt geworden waren (TAG24 berichtete).

Seitdem saß er in Untersuchungshaft.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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