Schüsse in Bremen! "Terroristen" nehmen Bahnhof ein

Bremen - Große Aufregung am Bremer Bahnhof! Um 22 Uhr knallt es unmittelbar vor dem Gebäude. Drei schwer bewaffnete Maskierte schießen wahllos auf Passanten in der Halle. Es gibt Verletzte und Tote.

Polizisten sichern den Bahnhof ab.
Polizisten sichern den Bahnhof ab.  © Michael Bahlo/dpa

Die Polizei erschießt einen der Attentäter, einen nimmt sie fest. Nach Minuten ist der Horror vorbei.

Als "Alptraumlage" bezeichnet Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) das Szenario der Großübung, an der in der Nacht zum Freitag insgesamt 1200 Beamte der Bundespolizei und der Bremer Landespolizei teilnahmen. "Wir haben alle die Hoffnung, dass wir das nie in Echt erleben."

Für die Aktion wurden Teile des Bahnhofs mit hohen Sichtschutzzäunen abgesperrt. Auf dem sogenannten Campus der Großaktion ist die Bundeswehr im Schminkzelt im Einsatz. Dort werden Polizeischüler zu Verletzten präpariert.

"Einmal eine Kopfwunde", sagt einer der Soldaten und verpasst dem jungen Statisten per Knetmasse und roter Schminke eine klaffende Wunde an der Stirn, die heftig blutet. Auch offene Knochenbrüche und Schusswunden sind im Angebot.

Es wird viel gelacht, der Ton ist robust. Doch später ist die Situation mehr als ernst. "Töten beenden, Leben retten", so formuliert Polizeisprecher Nils Matthiesen den Sinn des Einsatzes.

Keine Beeinträchtigung des Bahnverkehrs

Statisten spielen Opfer und panische Reisende.
Statisten spielen Opfer und panische Reisende.  © Michael Bahlo/dpa

Zehn solcher Übungen gab es bundesweit schon, unter anderem in Hannover, Berlin und Stuttgart. Immer ging es darum, die Konzepte der unterschiedlichen Einsatzebenen und -beteiligten wie Bundespolizei, Länderpolizei, Feuerwehr, Spezialeinheiten auf Praxistauglichkeit abzuklopfen; und das unter möglichst realen Bedingungen.

"Wir leben in einer Welt, in der wir die Augen nicht verschließen dürfen", sagt Mäurer, der auf Anschläge in Brüssel, London, Madrid und vielen anderen Orten verweist.

Terroristen hätten in vielen Städten eine "Blutspur der Verwüstung" hinterlassen. Für Bremen gebe es keine konkrete Anschlagsgefahr, so der Senator. Aber sicher könne man nie sein. Die Übung sollte bis 4 Uhr in der Früh am Freitag dauern, insgesamt vier Durchläufe waren geplant.

Der Bahnverkehr wurde nicht beeinträchtigt, obwohl auch einige Gleisanlagen für die Übung gesperrt wurden.

Damit Fahrgäste nach dem Halt in Bremen nicht vor Schreck wieder in den Zug steigen und weiterfahren, gab es nicht nur im Bahnhof, sondern auch im Zug Durchsagen, die auf die laufende Polizeiübung aufmerksam machten. "Es besteht keinerlei Gefahr", lautete der zentrale Satz der Durchsagen.

Vor den Bahnhofshotels saßen derweil Gäste und Touristen entspannt und plaudernd draußen an Tischen. Sie bekamen wenig von der Aktion mit. Im Ernstfall wäre das anders.

Mehr zum Thema Polizeimeldungen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0