Terrorgefahr! Worauf müssen wir uns die kommenden Jahre einstellen?

Der Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt verfolgt die Sondersitzung des Innenausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses zum Fall Amri.
Der Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt verfolgt die Sondersitzung des Innenausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses zum Fall Amri.  © DPA

Berlin - "Das Thema ist überhaupt nicht erledigt". Nach Einschätzung des Berliner Polizeipräsidenten Klaus Kandt (57) wird die allgemeine Terrorgefahr Deutschland noch eine sehr lange Zeit begleiten. Besonders die großen deutschen Städte müssen sich darauf einstellen.

"Wir müssen uns auf eine länger anhaltende Gefahrenlage ausrichten, das heißt, sicher für die nächsten zehn Jahre auf das Thema einstellen", sagte Kandt der Deutschen Presse-Agentur.

"Die militärische Niederlage des IS ist das eine, das andere sind aber die Aufrufe an die Gefährder, in den Heimatländern in Europa Taten zu begehen." Der Gefahr müsse man mit verschiedenen Strategien begegnen. "Es werden im nächsten Jahr neue und ganz andere Schutzmaßnahmen kommen. Ich denke, dass wir in Berlin bestimmte Orte auch durch Baumaßnahmen schützen müssen."

Konkret geht es um Poller gegen Attentate mit Autos oder Lastwagen.

Poller begrenzen den Zugang zum Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz.
Poller begrenzen den Zugang zum Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz.  © DPA

"Das kann man auch so machen, dass das Stadtbild nicht ästhetisch und atmosphärisch beeinträchtigt wird." Aber Straßenverengungen, Verbote für Lkw der Sperren durch Polizeiautos sind mögliche Optionen für mehr Schutz.

Die Polizei habe auch weitere Lehren aus dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz Ende 2016 gezogen und dazu gelernt. "Trotz der großen Trauer über den Anschlag muss man ohne Zynismus feststellen: Er hat auch Impulse ausgelöst."

Mehr Geld für Ausrüstung und stärkere politische Unterstützung seien die Folgen gewesen. Doch generell müsse auch in anderen Bereichen eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen werden. Dazu gehört unter anderem eine bessere Überwachung von Messenger-Diensten.

Eine hundertprozentige Sicherheit könne die Polizei aber nicht garantieren.

 Spezialkräfte der Polizei sichern den Eingangsbereich des Seitona Kulturvereins während einer Durchsuchung in Berlin.
Spezialkräfte der Polizei sichern den Eingangsbereich des Seitona Kulturvereins während einer Durchsuchung in Berlin.  © DPA

Titelfoto: DPA


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