Abschiebe-Panne: Wer gab dem 9/11-Terrorhelfer Geld?

Hamburg - Im Fall der fälschlicherweise ausgezahlten 7000 Euro an Terrorhelfer Mounir el Motassadeq (TAG24 berichtete) hat die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg die Ermittlungen übernommen.

Der Terrorhelfer Mounir El Motassadeq (Mitte) wird auf dem Flughafen in Fuhlsbüttel in einen Hubschrauber der Bundespolizei gebracht.
Der Terrorhelfer Mounir El Motassadeq (Mitte) wird auf dem Flughafen in Fuhlsbüttel in einen Hubschrauber der Bundespolizei gebracht.  © DPA

Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der CDU hervor. Der 44-Jährige hatte vor seiner Abschiebung nach Marokko im Oktober 2018 (TAG24 berichtete) von der Gefängnisverwaltung fast 7200 Euro von seinem Gefangenenkonto in bar ausgezahlt bekommen.

Da Motassadeq auf Terrorlisten weltweit steht, sind Zahlungen an ihn einer Verordnung der Europäischen Gemeinschaft von 2002 zufolge verboten.

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt im Moment noch nicht gegen konkrete Personen, wie eine Sprecherin sagte. "Die Ermittlungen richten sich derzeit gegen Unbekannt, weil man erst einmal prüfen muss, wer hat was gemacht und welche Handlung davon ist strafrelevant."

Bei der Generalstaatsanwaltschaft ist die Zentralstelle für Terrorismusbekämpfung angesiedelt.

Motassadeq war Mitglied der sogenannten Hamburger Zelle um den Todespiloten Mohammed Atta, der 2001 eines der Flugzeuge in das World Trade Center in New York gesteuert hatte.

2007 war er wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 246 Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 15 Jahren Haft verurteilt worden.

Kurz vor Ablauf der regulären Haftzeit ist Terrorhelfer Motassadeq im Oktober nach Marokko abgeschoben worden.
Kurz vor Ablauf der regulären Haftzeit ist Terrorhelfer Motassadeq im Oktober nach Marokko abgeschoben worden.  © DPA

Titelfoto: DPA

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