Teuer und schmerzhaft! Lesbisches Paar will endlich schwanger werden

Monique Bauer-Bachmann (r.) wünscht sich sehnlichst ein Kind. Sie ist im Moment in der Berliner Praxis für Fertilität in Behandlung. Zusammen mit ihrer Ehefrau Mandy erlebt sie eine Zeit voller Hoffen und Bangen.
Monique Bauer-Bachmann (r.) wünscht sich sehnlichst ein Kind. Sie ist im Moment in der Berliner Praxis für Fertilität in Behandlung. Zusammen mit ihrer Ehefrau Mandy erlebt sie eine Zeit voller Hoffen und Bangen.  © Thomas Türpe

Dresden - Monique Bauer-Bachmann (31) steht im neu eingerichteten Kinderzimmer ihrer Wohnung in Dresden-Cotta und streicht versonnen ein Kissen in der Baby-Wiege glatt. "Dieser Raum gibt mir Kraft und Zuversicht", sagt sie und schaut zärtlich ihre Ehefrau Mandy (37) an. Dann gesteht sie: "Unser größter Wunsch ist ein eigenes Kind."

2011 gaben sich die lebenshungrigen Erzieherinnen das Ja-Wort. Seit gut vier Jahren beflügelt sie der Gedanke, ihre Liebe mit einem Kind zu krönen. Monique Bauer-Bachmann will das Kind austragen. Sie verspürt eine unstillbare Sehnsucht nach einem Baby. Ihre Partnerin hat bereits eine 17-jährige Tochter.

2015 erbot sich ein Freund, den beiden Frauen mit einer Samenspende zu helfen. Doch alle Versuche schlugen fehl. Nach vier Fehlgeburten und einer Ärzte-Odyssee entschloss sich das Paar, eine künstliche Befruchtung zu versuchen.

"Der erste Versuch im letzten Sommer endet wieder mit einer Fehlgeburt. Wieder musste ich ein Sternenkind verabschieden", berichtet die Dresdnerin mit brüchiger Stimme. Tapfer lächelt die Hortnerin ihre Tränen weg. Monique Bauer-Bachmann ist motiviert und stimuliert wie eine Hochleistungssportlerin. Ihre Emotionen neigen dazu ins Extreme auszuschlagen, seitdem sie regelmäßig Unmengen von Medikamenten nimmt, die ihr helfen sollen, schwanger zu werden.

Monique Bauer-Bachmann hat schon ein Kinderzimmer für ihr Wunschkind eingerichtet.
Monique Bauer-Bachmann hat schon ein Kinderzimmer für ihr Wunschkind eingerichtet.  © Thomas Türpe

Zum täglichen Hoffen, Zittern und Bangen kommen Geldsorgen obenauf. Das Paar hat sein Motorrad sowie das Zweit-Auto verkauft und einen Kredit aufgenommen, um Untersuchungen, Tests und Pillen bezahlen zu können.

Bis heute investierte es über 16.000 Euro in den Baby-Traum. "Wir haben die kompletten Behandlungskosten selbst zu tragen und erhalten als homosexuelles Paar keine Unterstützung. Deutschland ist in diesen Dingen extrem rückschrittlich", sagt Monique Bauer-Bachmann betrübt.

Als im November 2017 alle Reserven aufgebraucht waren, ging Monique Bauer-Bachmann in ihrer Verzweiflung an die Öffentlichkeit und bat im Internet um Spenden auf dem Portal gofundme.de. Für ihre Offenheit musste sie im Netz viel Kritik einstecken. Sie erfuhr aber auch Unterstützung, Anerkennung für ihren Mut. "Das baut mich auf. Ich danke allen von Herzen, die uns so lange schon unterstützen", sagt Monique Bauer-Bachmann.

Vor wenigen Tagen wurde sie wieder in einer Berliner Praxis künstlich befruchtet. Sie fiebert nun dem Valentinstag entgegen. Dann erfährt sie, ob es dieses Mal geklappt hat...

Hormone, Spritzen, Tabletten: Die Hortnerin nimmt haufenweise Medikamente ein im Rahmen der Kinderwunsch-Behandlung.
Hormone, Spritzen, Tabletten: Die Hortnerin nimmt haufenweise Medikamente ein im Rahmen der Kinderwunsch-Behandlung.  © Thomas Türpe

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