Am Mittwoch soll er sterben! Gericht stoppt Hinrichtung plötzlich

Washington - In einem aufsehenerregenden Kriminalitätsfall in den USA hat ein Gericht im Bundesstaat Texas die geplante Hinrichtung eines verurteilten Mörders vorerst gestoppt.

Frauen sitzen auf einer Bank und halten Protestplakate gegen die Hinrichtung von Rodney Reed während einer Demonstration in der Nähe des Büros vom Staatsanwalt des Landkreis Bastrop.
Frauen sitzen auf einer Bank und halten Protestplakate gegen die Hinrichtung von Rodney Reed während einer Demonstration in der Nähe des Büros vom Staatsanwalt des Landkreis Bastrop.  © Nick Wagner/Austin American-Statesman/dpa

Das teilte die Organisation Innocence Project, die den Betroffenen Rodney Reed vertritt, am Freitagabend (Ortszeit) mit. Demonstranten hatten am Mittwoch im texanischen Bastrop die Freilassung und ein neues Verfahren für den 51-Jährigen gefordert.

Auch Politiker, Prominente - darunter Reality-Star Kim Kardashian - und der EU-Botschafter in den USA hatten sich in den Fall eingeschaltet. Eine Petition verzeichnete mehr als 2,9 Millionen Unterschriften.

Rodney Reed sitzt nach Angaben von Innocence Project seit 1998 wegen des Mordes an einer jungen Frau 1996 in der Todeszelle. Am kommenden Mittwoch hätte er hingerichtet werden sollen.

Der EU-Botschafter in den USA, Stravros Lambrindis, hatte den Gouverneur von Texas, Greg Abbott, aufgerufen, Reed zu begnadigen. Die Beweislage in dem Fall werfe "erheblichen Zweifel an seiner Schuld auf", schrieb Lambrindis am 30. Oktober in einem Brief.

Reed beteuert seine Unschuld. Dass seine DNA an dem Mordopfer gefunden wurde, erklärt er mit einer Affäre mit der Frau und einvernehmlichem Sex am Tag der Ermordung. Seine Anwälte fordern, dass die Tatwaffe auf DNA von Reed hin überprüft werde.

Sie verweisen auf Zeugen, die den Verlobten der Frau als mutmaßlichen Täter in den Fokus rücken. Der falsche Mann sei in die Todeszelle gekommen, hatte Anwalt Bryce Benjet am Dienstag erklärt.

Rodney Reed bei einer Verhandlung 2017.
Rodney Reed bei einer Verhandlung 2017.  © imago images/Zuma Press

Kim Kardashian West trifft Rodney Reed am Freitag

Kim Kardashian West hat sich für die Rechte von Rodney Reed eingesetzt und teile am Freitag auf Instagram ihre Erleichterung, dass die Hinrichtung vorerst gestoppt wurde.

"Heute hatte ich die Ehre, Rodney Reed persönlich zu treffen und bei ihm zu sein, als verkündet wurde, dass das Höchste Gericht von Texas einen Hinrichtungsaufschub beschlossen hat und der Fall zur weiteren Prüfung an das Gericht zurückgewiesen wird", berichtet sie.

Es sei unbeschreiblich gewesen, welch Erleichterung und Hoffnung sich in diesem Moment in dem Raum breitgemacht hätten, so Kardashian. In den vergangenen Wochen hätten sich sogar die politisch gespaltenen Republikaner und Demokraten vereint, um die Rodney Reed zu kämpfen.

"Menschen auf der ganzen Welt habe ihre Stimme in dem Fall erhoben, weil jeder Mann und jede Frau, der oder die eines Verbrechens mit Todesfolge beschuldigt wird, das Recht hat, dass alle verfügbaren Beweise geprüft werden. Ich bin so dankbar für das Engagement, die Leidenschaft und die Unterstützung aller", schrieb Kardashian.


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