Ostalgie-Fan Dieter (69) umkreist mit seiner Schwalbe die Ex-DDR

Tharandt - "Hallo Sachse!" - Bei seiner Umrundung der Ex-DDR wurde Dieter Hennig (69) immer wieder auf die Fahne angesprochen, die er als Erkennungszeichen am Anhänger angebracht hatte.

Immer auf Achse: Der ehemalige Fernfahrer Dieter Hennig (69) umrundete die ehemalige DDR mit Schwalbe, Anhänger und Sachsen-Fahne.
Immer auf Achse: Der ehemalige Fernfahrer Dieter Hennig (69) umrundete die ehemalige DDR mit Schwalbe, Anhänger und Sachsen-Fahne.  © Egbert Kamprath

Mit seiner 36 Jahre alten Schwalbe hatte er sich auf den Weg gemacht und wurde auf der ganzen Strecke als eine Art Markenbotschafter bejubelt.

Auf der knapp 2 000 Kilometer langen Tour entlang der Oder/Neiße und der ehemals innerdeutschen Grenze suchte er manchmal auch einsame Orte auf, um etwas Ruhe zu haben. Der rüstige Rentner: "Sobald ich auf einen Parkplatz kam, war ich von Menschen umringt, die Fotos mit mir machen wollten."

Dass auf solch langen Touren Pausen wichtig sind, hat er vor zwei Jahren bei seiner ersten Fahrt nach Usedom gelernt. Hennig: "Da habe ich Lehrgeld gezahlt. Denn wer nur im Sattel sitzt, dem tut bald der Hosenboden weh!"

Auch die Pension zur Übernachtung sollte man weit vor Einbruch der Dunkelheit suchen.

Nachdem seine Frau vor drei Jahren verstarb, ist die Schwalbe KR/2E Hennigs treueste Begleiterin. Bei jeder Gelegenheit setzt der ehemalige Fernfahrer seinen alten Vopo-Helm auf und knattert durch die Landschaft seines geliebten Osterzgebirges. Und auch vor weiteren Großprojekten schreckt er nicht zurück.

Dieter Hennig möchte damit auch anderen Senioren Mut machen: "Man darf sich realistische Ziele setzen und sich dann mit der Erfüllung belohnen." Dann gibt er Gas und die Sachsen-Fahne wedelt im Fahrtwind...

Eine Reise-Karte war gleich mal auf dem Hänger verschraubt.
Eine Reise-Karte war gleich mal auf dem Hänger verschraubt.  © Egbert Kamprath
Bis zum Kreidefelsen auf Rügen tuckerte der rüstige Rentner aus dem Osterzgebirge auf seiner Schwalbe.
Bis zum Kreidefelsen auf Rügen tuckerte der rüstige Rentner aus dem Osterzgebirge auf seiner Schwalbe.  ©  imago/robertharding

Oldtimer-Treffen ganz im Zeichen der DDR

Organisator Kai Krähahn (43) hat seinen in Zittau produzierten „Ello“ von der Feuerwehr zum Wohnwagen umgebaut.
Organisator Kai Krähahn (43) hat seinen in Zittau produzierten „Ello“ von der Feuerwehr zum Wohnwagen umgebaut.  © Ralf Seegers

Bereits zum achten Mal treffen sich sächsische Ostalgiker zum Oldtimer-Treffen à la DDR in Wurzen.

Von der Moped-Vogelbande (Schwalbe, Spatz, Habicht) über MZ und P70 bis zum dicken IFA W50 ist hier alles zu sehen, was im Osten aus heimischer Produktion über die löchrigen Straßen rollte und rumpelte.

Auch heute kann man die liebevoll restaurierten Oldtimer in der Gartenanlage „Rodelbahn“ im Trauschkenweg bewundern.

Es gibt weiterhin ein Show-Programm und die Wirtsleute der Gartenkneipe servieren Ost-Gerichte: Soljanka, Tote Oma und Würzi – allerdings nur für Westgeld.

Das edle Blech ist frisch poliert: Wolfgang Ebert (58) hält seinen Framo, den Vorgänger des Barkas aus Frankenberg, in allen Ehren.
Das edle Blech ist frisch poliert: Wolfgang Ebert (58) hält seinen Framo, den Vorgänger des Barkas aus Frankenberg, in allen Ehren.  © Ralf Seegers

Titelfoto: Egbert Kamprath

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