"The Division 2" im Test: Endlich mal ein wirklich guter Loot-Shooter!

Malmö - Das Genre der Loot-Shooter hatte es bisher nicht leicht. Egal, ob "Destiny", "The Division", "Destiny 2" oder jüngst "Anthem": Irgendwas hatten Spieler (oftmals zurecht) immer auszusetzen. Mit "The Division 2" wollen Publisher Ubisoft und Entwickler Massive Entertainment nun alles richtig machen und den ultimativen Genre-Vertreter herausbringen. Das ist durchaus gelungen - allerdings auch mit den üblichen Problemchen.

Mit "The Division 2" veröffentlichte Ubisoft Mitte März den aktuell wohl heißesten Anwärter auf den Loot-Shooter-Thron.
Mit "The Division 2" veröffentlichte Ubisoft Mitte März den aktuell wohl heißesten Anwärter auf den Loot-Shooter-Thron.  © Ubisoft

Die Kritikpunkte gegenüber Loot-Shootern sind zahlreich, aber oftmals die selben. Um nur ein paar zu nennen: Die Story wirkt platt und unausgereift, den Missionen und Aufgaben fehlt es an Abwechslung, die Spielwelt wimmelt zum Release von Bugs und Performance-Problemen, DLCs und zusätzliche Inhalte kosten extra, sind meist überteuert und bieten am Ende nur wenig und gerade im Endgame - also jenem Abschnitt des Spiels, den man erreicht, wenn man die Story beendet hat - fehlt es den Titeln an Content, um Spieler lange bei Laune zu halten.

Im Fall von "Anthem" wurde sogar der genre-essenzielle Loot kritisiert, aber das ist eine andere Geschichte, mit der sich EA und Bioware herumschlagen müssen.

Hier soll es schließlich um "The Division 2" gehen. Natürlich ist die Kritik auch an Ubisoft und Massive Entertainment nicht spurlos vorüber gegangen. Schließlich wurde ein Großteil der genannten Punkte auch im Zusammenhang mit dem Vorgänger aus dem Jahr 2016 genannt.

Publisher und Entwickler versuchen, diese Probleme nun zu beheben, indem sie einer einfachen aber bewehrten Methode folgen: Sie bieten mehr und sie bieten es zunächst auch noch umsonst an. "The Division 2" ist größer, abwechslungsreicher und bietet mehr Tiefgang als sein Vorgänger. Allein um das Ende der Kampagne zu erreichen, könnt Ihr schon mal bis zu 40 Stunden in der virtuellen Spielwelt verbringen. Diese verschlägt Euch in Teil zwei nicht ins verschneite Manhattan, sondern stattdessen ins sonnige Washington D.C.

Review zu "The Division 2": Ubisoft setzt Maßstäbe

Als Division-Agent verschlägt es Euch dieses Mal in das sonnige Washington D.C., wo Ihr an ikonischen Schauplätzen für Recht und Ordnung sorgt. Hier zu sehen: das Weiße Haus, Eure Base of Operations.
Als Division-Agent verschlägt es Euch dieses Mal in das sonnige Washington D.C., wo Ihr an ikonischen Schauplätzen für Recht und Ordnung sorgt. Hier zu sehen: das Weiße Haus, Eure Base of Operations.  © Ubisoft

Bei der grundlegenden Story bleibt sich die Serie hingegen treu. Wieder haben böse Leute einen Virus freigesetzt, der die US-Hauptstadt kurzerhand in die Postapokalypse verfrachtet hat. "The Division 2" setzt dabei sieben Monate nach den Events des Vorgängers an. Das Ende der Menschheit - zumindest in D.C. - ist also schon um einiges fortgeschritten.

Neben einigen Nachteilen, wie marodierenden Banden, hat das durchaus auch seine schönen Seiten, denn in der Stadt macht sich allmählich wieder die Natur breit. Überall finden sich wilde Tiere und zugewucherte Straßen. "The Division 2" ist um einiges farbenfroher als noch Teil eins und die Spielwelt zählt ohne weiteres zu den schönsten, die man derzeit in AAA-Spielen findet.

In diese Welt wirft Euch nun Massive Entertainment mit einem Loot-System, das das Herz eines jeden Genre-Fans höher schlagen lassen wird. Es gibt unzählige Waffen, die sich allesamt unheimlich gut anfühlen und zum Ausprobieren einladen. Hinzu kommen noch einmal ebenso viele Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände. Jedes einzelne Item hat dabei ein eigenes Level und kann verbessert werden. Hinzu kommen Perks, die in der richtigen Kombination zusätzliche Boni freischalten, sowie Spezialisierungen, sobald ihr mit eurem Charakter Erfahrungslevel 30 erreicht habt.

Dann geht der Spaß allerdings erst richtig los, denn sobald Ihr das Ende der Story erreicht habt, drückt "The Division 2" den sprichwörtlichen Reset-Knopf. Eine neue Gegner-Fraktion fällt plötzlich in D.C. ein, besetzt kurzerhand all die Gebiete, die Ihr vorher so tatkräftig befreit habt und lässt Euch noch einmal Euren blutigen Weg durch die US-Hauptstadt bahnen. Hinzu kommen die Dark Zones, von denen es in Teil zwei gleich drei Stück auf der Map gibt, verschiedenen PvP-Modi und sogar der allererste Raid in der Geschichte von "The Division" wurde bereits angekündigt.

Und jetzt das beste: Dieser ist sogar kostenlos, ebenso wie alle weiteren Inhalte, die Ubisoft im ersten Jahr nach Release für "The Division 2" veröffentlicht. Kurzum: Allein was den Inhalt angeht, setzen Ubisoft und Massive Entertainment mit "The Division 2" Maßstäbe.

Kritik an "The Division 2": Bugs zum Start, belanglose Story

Die Spielwelt fällt um einiges farbenfroher als noch im Vorgänger aus dem Jahr 2016 aus.
Die Spielwelt fällt um einiges farbenfroher als noch im Vorgänger aus dem Jahr 2016 aus.  © Ubisoft

Zwar konzentrieren sich Eure Aufgaben dabei größtenteils auf das übliche Rumballern - entweder als Angreifer oder als Verteidiger. Die zahlreichen und teils wirklich schön gestalteten Schauplätze lassen darüber jedoch meist hinwegsehen.

Ohnehin ist Publisher und Entwickler mit "The Division 2" ein Geniestreich in gleich zweierlei Hinsicht gelungen. Denn ja, den Aufgaben fehlt es weiterhin an Abwechslung und auch die Story ist weiterhin ziemlich platt. Beides weiß das Spiel jedoch durchaus gekonnt zu kaschieren.

Da wäre zum einen besagte Spielwelt. Gerade in Bezug auf die Geschichte sind es jedoch auch das Loot-System sowie vor allem das Koop-Gameplay, bei dem "The Division 2" einem Weg folgt, den Ubisoft bereits mit "Ghost Recon Wildlands" etabliert hat. Statt Euch in ein enges Story-Korsett zu zwängen, wie es Bungie mit "Destiny 2" gemacht hat, bietet Euch Ubisoft eine riesige Sandbox, in der Ihr Euch nach Herzenslust austoben könnt. Die Kampagne von "The Division 2" ist belanglos, weil Ihr die coolsten Geschichten ohnehin selbst schreibt. Das mag nicht jedermanns Sache sein und gerade Solo-Kämpfer werden auch mit "The Division 2" wieder ihre Probleme haben. Wer jedoch auf sein Squad zählen und sich auf das Genre einlassen kann, kommt mit Ubisofts neuestem Titel definitiv auf seine Kosten - und erlebt gleichzeitig den wohl besten Loot-Shooter, den der Spielemarkt aktuell zu bieten hat.

Einen Punkt gibt es dabei allerdings doch zu bemängeln: Auch "The Division 2" ist zu Beginn leider nicht vor Bugs und Performance-Problemen gefeit. Zwar scheint das Spiel auf PCs durchaus rund zu laufen. Gerade auf der PS4 kommt es jedoch mitunter noch zu Grafik-Fehler und sogar Abbrüchen. Bleibt zu hoffen, dass Massive Entertainment an dieser Stelle schnell den nächsten Patch liefert.

Fazit:

Mit "The Division 2" versuchen Ubisoft und Massive Entertainment, alles richtig zu machen und liefern dabei den besten Loot-Shooter der aktuellen Spielelandschaft ab. Massig Content, kostenfreie DLCs sowie eine riesige und wunderschöne Sandbox-Spielwelt bieten alles, was sich Fans des Genres nur erträumen können. Leider kommt auch der ultimative Loot-Shooter zu Beginn nicht ohne Bugs aus und die Story bleibt wieder mal belanglos. Glücklicherweise gibt es für erstes mittlerweile Patches. Und wer sich einen Loot-Shooter einzig wegen der Story kauft, hat ohnehin was falsch gemacht.

Facts:

  • Spiel: "The Division 2"
  • Publisher: Ubisoft
  • Genre: Loot-Shooter
  • Erschienen am: 15. März 2019
  • Plattformen: PC, PS4, XBoxOne
  • Preis: Etwa 50 bis 60 Euro
Darüber hinaus überzeugt "The Division 2" vor allem mit massig Content. Allein bis Ihr das Ende der Kampagne erreicht, können schon mal bis zu 40 Stunden vergehen.
Darüber hinaus überzeugt "The Division 2" vor allem mit massig Content. Allein bis Ihr das Ende der Kampagne erreicht, können schon mal bis zu 40 Stunden vergehen.  © Ubisoft
Ganz ohne Problemchen kommt allerdings auch Ubisofts neuester AAA-Titel nicht aus. Die Story bleibt weitestgehend belanglos und wieder einmal habt Ihr zum Release mit ein paar Bugs zu kämpfen.
Ganz ohne Problemchen kommt allerdings auch Ubisofts neuester AAA-Titel nicht aus. Die Story bleibt weitestgehend belanglos und wieder einmal habt Ihr zum Release mit ein paar Bugs zu kämpfen.  © Ubisoft

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