Heftiges Drama zu CIA-Folter-Methoden: "The Report" sorgt für Zündstoff!

Dresden - Brisant! Das starbesetzte Politdrama "The Report" von Regisseur Scott Z. Burns ("The Half Life of Timofey Berezin") startet am 7. November in den deutschen Kinos und beruht auf wahren Begebenheiten.

Daniel Jones (Adam Driver) recherchiert nicht nur in Washington D.C. fünf Jahre lang für seinen aufsehenerregenden Bericht.
Daniel Jones (Adam Driver) recherchiert nicht nur in Washington D.C. fünf Jahre lang für seinen aufsehenerregenden Bericht.  © PR/DCM

Im Mittelpunkt steht Daniel Jones (Adam Driver). Der Senatsmitarbeiter bekommt in Washington D.C. im Jahr 2003 die schwierige Aufgabe, intern zu den CIA-Verhörmethoden zu ermitteln.

Er taucht mit einem kleinen Team und gegen viele Widerstände ankämpfend tief in die Recherche ab und fördert dabei fürchterliche Erkenntnisse zutage: Grundlos wurden Menschen inhaftiert und brutal gefoltert, ohne dass es einen Beweis für ihre Schuld gab!

Die CIA und ihre mächtigen Freunde sind alarmiert. Sie versuchen, die Glaubwürdigkeit von Jones zu torpedieren.

Der hat mit US-Senatorin Dianne Feinstein (Annette Bening) jedoch eine angesehene, selbst gut vernetzte Fürsprecherin, die ihm ermöglicht, seine Suche nach der Wahrheit weiter voranzutreiben.

Dieser Aufgabe widmet sich Jones mit Hingabe und steckt all sein Herzblut in seinen Bericht: Insgesamt fünf Jahre gibt er wie ein Wahnsinniger alles auf, hat keine Freundin und Freunde, sondern lebt nur für die Arbeit.

Wird sich das auszahlen?

Adam Driver überragt in "The Report" und trägt den das Politdrama mühelos

US-Senatorin Dianne Feinstein (Annette Bening) unterstützt Daniel Jones, wo sie nur kann.
US-Senatorin Dianne Feinstein (Annette Bening) unterstützt Daniel Jones, wo sie nur kann.  © PR/DCM

Diese brisante Geschichte hat Burns klasse umgesetzt. Ihm ist eine atemlose Mischung aus Drama und Thriller gelungen, die sich kritisch mit der jüngeren US-amerikanischen Geschichte auseinandersetzt.

Welche Auswirkungen hatten die Terroranschläge vom 11. September 2001 auf die Politik und die Arbeit der Geheimdienste unter der Regierung von Präsident George W. Bush und Vizepräsident Dick Cheney?

Solche großen Fragen werden in "The Report" mit einem entlarvenden Blick hinter die Kulissen behandelt. Darüber hinaus gelingt es, den Figuren dank einer ausgewogenen Darstellung Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Daran haben auch die Schauspieler einen großen Anteil. Driver (Kylo Ren in der aktuellen "Star Wars"-Trilogie), der seine Vielseitigkeit in den letzten Jahren mehrfach unter Beweis gestellt hat und zuletzt in der Zombie-Komödie "The Dead Don't Die" zu sehen war, trägt solch ein wichtiges Politdrama mittlerweile mühelos.

Obwohl (oder gerade weil?) er nicht das typische Filmstar-Aussehen hat, reißt er mit seiner subtilen Spielweise mit. Denn hinter dem oft kontrollierten Äußeren arbeitet und brodelt es - was Driver ausgezeichnet zu transportieren vermag. Des Weiteren erfasst er die Seele seiner Figur, macht sie sich zu eigen und überzeugt mit seiner Version von Jones.

"The Report" hat eine ausgeklügelte Geschichte, wirkt stellenweise aber leicht überfrachtet

Daniel Jones (Adam Driver) muss gegen viele Widerstände ankämpfen.
Daniel Jones (Adam Driver) muss gegen viele Widerstände ankämpfen.  © PR/DCM

An seiner Seite reißt auch Bening ("Captain Marvel") mit ihrem kraftvollen, durchdachten Spiel mit.

Letzteres lässt sich auch von der intelligenten Story sagen: Sie ist ausgeklügelt und sorgt für Zünd- und Diskussionsstoff. Denn obwohl sie an einigen Stellen komplex bleibt, ermöglicht sie dem Publikum doch, der Geschichte problemlos zu folgen.

Zur fesselnden Atmosphäre tragen außerdem die authentischen Locations, die ruhige Kameraführung, die stimmige Musikuntermalung und die exzellenten Kostüme bei.

Dennoch gibt es auch einige kleinere Schwächen: So wirkt manch (zu) patriotische Szenen leicht negativ nach. Selbiges gilt für die ein oder andere etwas überzogen angesetzte, hochtrabende Rede.

Auf der anderen Seite sind es genau die Dialoge, die durch ihren Feinschliff, ihre Aussagekraft und das Timing für Storytiefe sorgen.

Teilweise wirkt der Film jedoch an einigen Stellen sprunghaft und leicht überfrachtet, weil die Dimension der Geschichte so groß ist, dass es eine äußerst diffizile Aufgabe ist, sie in 119 Minuten zu packen.

Dementsprechend abrupt ist manchmal der Schnitt - nur keine Sekunde vergeuden! Doch vielleicht auch deshalb überträgt sich die Spannung auf die Zuschauer und sorgt für durchgehend gute Unterhaltung und viel Kurzweil. Ganz nebenbei werden einem noch viele wertvolle Erkenntnisse mit auf den Weg gegeben, weshalb sich ein Kinobesuch dieses "Oscar"-Kandidaten lohnt.

Titelfoto: PR/DCM

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