Verstörender Horror-Schocker: Menschenfressende Monster attackieren Bevölkerung!

USA - Angriff! In "The Silence" werden die USA von menschenfressenden Monstern attackiert. Der Film, der auf der Buchvorlage von Tim Lebbon beruht, startet am 16. Mai in den deutschen Kinos und erinnert stark an "A Quiet Place" und "Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt", ohne die Qualität dieser Genre-Klassiker zu erreichen.

Von rechts: Hugh Andrews (Stanley Tucci) Ally (Kiernan Shipka), Jude (Kyle Breitkopf) Lynn (Kate Trotter) und Kelly (Mirando Otto) müssen das Auto stehen lassen und mucksmäuschenstill zu Fuß durch den Wald laufen.
Von rechts: Hugh Andrews (Stanley Tucci) Ally (Kiernan Shipka), Jude (Kyle Breitkopf) Lynn (Kate Trotter) und Kelly (Mirando Otto) müssen das Auto stehen lassen und mucksmäuschenstill zu Fuß durch den Wald laufen.  © PR/Constantin Film Verleih GmbH

Lautes Hämmern ertönt. Zwei Forscher schlagen einen Durchgang zu einem unbekannten Höhlensystem tief unter der Erde in Pennsylvania. Das hätten sie lieber nicht tun sollen. Denn kurz darauf sind in der Dunkelheit fürchterliche Schreie zu hören.

Nur wenige Augenblicke später werden die Forscher attackiert und sterben infolgedessen. Was ist da aus der Höhle entkommen?

Von diesen Geschehnissen ahnen die stumme Ally Andrews (Kiernan Shipka), ihre Eltern Hugh (Stanley Tucci) und Kelly (Miranda Otto), sowie ihr Bruder Jude (Kyle Breitkopf) und ihre Oma Lynn (Kate Trotter) noch nichts.

Sie sind mit ihrem Alltag in einer Kleinstadt in New Jersey beschäftigt. Bis ihrem Rottweiler die Haare zu Berge stehen und im Fernsehen in alarmierenden Sondersendungen von Angriffen auf die großen US-Städte berichtet wird.

Dazu werden in den Sozialen Netzwerken verstörende Videos von Angriffen der sogenannten "Avispa"-Kreaturen (Deutsche Übersetzung: "Wespe") veröffentlicht.

Eines gibt ihnen den entscheidenden Hinweis: Wer still ist, der kann den menschenfressenden Monstern entkommen. Also flieht die Familie gemeinsam mit Hughs bestem Kumpel Glen (John Corbett) in den ländlichen Norden...

Schwaches Monster-Design, unglaubwürdiger Avispa-Hintergrund

Von rechts: Ally (Kiernan Shipka), Kelly (Miranda Otto) und Lynn (Kate Trotter) beobachten das Geschehen aus trügerischer Sicherheit.
Von rechts: Ally (Kiernan Shipka), Kelly (Miranda Otto) und Lynn (Kate Trotter) beobachten das Geschehen aus trügerischer Sicherheit.  © PR/Constantin Film Verleih GmbH

Diese Geschichte ist von Regisseur John R. Leonetti ("Annabelle", "Wish Upon", "The Butterfly Effect 2") durchwachsen umgesetzt worden.

Denn wer oder was die Monster sind, wird nicht mal ansatzweise erklärt. Die Mühe machen sich die Macher erst gar nicht.

Man muss einfach glauben, dass nicht ein einziger "Avispa" über Jahrmillionen aus diesem Höhlensystem entkommen ist und die "Wespen", die eher an Fledermäuse mit großen Reißzähnen erinnern, dennoch so lange überlebt haben.

Doch damit nicht genug: Es gibt Tausende von ihnen (wie groß muss das unterirdische System sein?), die mutiert sind und nun landesweit Menschen töten, fressen und deren Gedärme dafür nutzen, um ihre Eier abzulegen und auszubrüten - wo man das nur schon mal gesehen hat...?

Auch das Design der fliegenden Viecher ist schwach. Sie wirken durch ihre Taten zwar im Ansatz bedrohlich, erinnern wegen ihres Äußeren aber stark an bestens bekannte Horror-Monster wie die Aliens aus der gleichnamigen Filmreihe.

In dieser Hinsicht bekommt das Publikum überhaupt nichts Neues geboten, zumal die Bestien auch noch erkennbar am Computer erstellt wurden und sich nur selten fließend in die real aufgenommenen Bilder einfügen.

Guter Kern der Geschichte, solide Schauspieler, packende Atmosphäre

Hugh Andrews (Stanley Tucci) greift notgedrungen sogar zur Schrotflinte.
Hugh Andrews (Stanley Tucci) greift notgedrungen sogar zur Schrotflinte.  © PR/Constantin Film Verleih GmbH

Dennoch hat der Film auch seine Stärken. Er ist auf das Nötigste komprimiert und deshalb durchgehend spannend und packend.

Dazu überzeugt die düstere Atmosphäre in Verbindung mit der dynamischen Kameraführung, dem mitreißenden Schnitt, den gut gestalteten Kostümen, der glaubwürdigen Ausstattung, den stimmigen Locations (gedreht wurde in und um Toronto in Kanada) und dem exzellenten Sound, bei dem Stille und kleine Geräusche eine große Rolle spielen.

Auch die Schauspieler zeigen grundsolide Leistungen. Vor allem Tucci (Caesar Flickerman in "Die Tribute von Panem", "Transformers: The Last Knight", "Captain America: The First Avenger") macht seine Sache mit dem ihm eigenen Understatement und Charme hervorragend und beweist, dass Hollywood ihn zu Unrecht als reinen Nebendarsteller abgestempelt hat. Auch Otto (Eowyn in "Der Herr der Ringe", Allison Carr in "Homeland") verkörpert ihre Figur glaubwürdig.

Davon abgesehen hat der Streifen seine größte Stärke im Kern seiner Geschichte, weshalb "The Silence" durchweg unterhaltsam ist und interessante Fragen aufwirft. Ein Beispiel: Wie weit würdest du gehen, um deine Liebsten zu beschützen?

Spannung bis zur letzten Sekunde, Film dennoch oberflächlich

Die unheimliche Sekte "Die Verstummten" sorgt zusätzlich für Schwierigkeiten bei den Andrews'.
Die unheimliche Sekte "Die Verstummten" sorgt zusätzlich für Schwierigkeiten bei den Andrews'.  © PR/Constantin Film Verleih GmbH

Denn es geht vor allem um den Zusammenhalt zwischen Familie und Freunden und die daraus entstehende Dynamik.

Dieser Aspekt ist ausgesprochen gut umgesetzt worden und der Grund dafür, dass man sich während der 91 Minuten zu keinem Zeitpunkt langweilt.

Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass deshalb viele andere Dinge nur angerissen werden können. Ein wirklich runder Film ist Grusel-Spezialist Leonetti deshalb nicht gelungen.

Denn wie so oft in Horrorfilmen werden die Zuschauer vom stellenweise unfassbar dämlichen Verhalten der Protagonisten auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Zum Glück gibt es nur eine handvoll Sequenzen, in denen man deshalb entnervt den Kopf schütteln muss.

Aus diesem Grund hakt die Dramaturgie auch hinsichtlich der Charakterdarstellung, -entwicklung und des Drehbuchs, was besonders nach dem Film auffällt, wenn man über ihn nachdenkt. Denn genau das sollte man lieber nicht tun, um sich im Nachhinein nicht den Spaß zu verderben.

So ist "The Silence" ein grundsolider, stellenweise ziemlich brutaler Horror-Streifen geworden, der aufgrund seiner Oberflächlichkeit allerdings nicht lange im Gedächtnis haften bleibt. Dafür ist er trotz erkennbarer Logik-, Erklärungs- und Aufbaufehler spannend und kurzweilig geraten, weil der Kern der Geschichte, der Überlebenskampf einer Familie, überzeugt.

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