Spannender Western "The Sisters Brothers: Was für ein Cast!

USA - Starker Neo-Western! "The Sisters Brothers" vom mehrfach preisgekrönten Regisseur Jacques Audiard (Dämonen und Wunder - Dheepan, Der Geschmack von Rost und Knochen, Ein Prophet) startet am 7. März in den deutschen Kinos.

Trunkenbold und Kopfgeldjäger Charlie Sisters (Joaquin Phoenix) will mit seinem Bruder für den mysteriösen Commodore die Wunderformel eines Wissenschaftlers stehlen.
Trunkenbold und Kopfgeldjäger Charlie Sisters (Joaquin Phoenix) will mit seinem Bruder für den mysteriösen Commodore die Wunderformel eines Wissenschaftlers stehlen.  © PR/WILD BUNCH GERMANY

Oregon, 1851: Laute Schussgeräusche und Rufe sind zu hören. Mündungsfeuer blitzt in der Finsternis auf.

Die beiden Angreifer kämpfen sich voran. Es sind die "Sisters Brothers" Eli (John C. Reilly) und Charlie Sisters (Joaquin Phoenix), berüchtigte Kopfgeldjäger für einen geheimnisvollen Commodore.

Die Brüder sind grundsätzlich verschieden. Während Charlie ein Säufer ist, der den Job gerne macht, ist Eli der ruhige, zurückhaltende Part mit Einfühlungsvermögen. Er überlegt sich, aufzuhören, kann aber nicht, weil er seinen Bruder beschützen will. Das führt immer wieder zu Spannungen zwischen ihnen.

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Valentina Pahde Valentina Pahde bringt Fans mit Bikini-Hingucker um den Verstand

Beide haben schon viele Menschen ermordet, Kriminelle genauso wie Unschuldige.

Nun haben sie den Auftrag, Hermann Kermit Warm (Riz Ahmed) ausfindig zu machen, zu verhören und zu töten. Aber erst, wenn sie von ihm dessen Wunderformel bekommen haben, die Gold im Wasser sichtbar machen kann.

Ihr Gehilfe Jim Morris (Jahe Gyllenhaal) ist bereits vorausgeritten und hat den arglosen Warm bereits gefunden, während die Brüder aus den Bergen Oregons nach Kalifornien reiten. Schnell bekommen sie mit: Morris hat sich auf die Seite von Warm geschlagen. Ein wütender Rachefeldzug beginnt...

Was genau führt Jim Morris (Jahe Gyllenhaal) im Schilde?
Was genau führt Jim Morris (Jahe Gyllenhaal) im Schilde?  © PR/WILD BUNCH GERMANY

Diese Geschichte über Gier, Gewalt, Leben und Überleben ist großartig umgesetzt. Das liegt auch an der fantastisch herausgearbeiteten Figurendynamik und den vielen Gegensätzen, die das Zusammenspiel der Protagonisten so einzigartig und spannend machen.

Wenig verwunderlich wurde Regisseur Audiard deshalb bei den renommierten Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2018 mit dem Silbernen Löwen für die beste Regie ausgezeichnet.

Denn obwohl sein 121 Minuten langes Werk im Mittelteil auch die ein oder andere kleine Länge hat, wo er und Cutterin Juliette Welfling den Film etwas hätten straffen können, überzeugt "The Sisters Brothers" auf ganzer Linie, weil er intelligent ist, dazu interessant, fesselnd und mitreißend.

Leider sorgt der Schnitt noch für eine weitere kleine Schwäche: Denn ab und an ist die Tonalität nicht perfekt herausgearbeitet. An einigen Stellen, an denen der Film eine ernste Thematik hat, wird diese mit unnötiger Komik vorgetragen und daher leicht ausgebremst.

Das wird aber von dem großartig aufgelegten Schauspielensemble mehr als nur ausgeglichen. Reilly (Anchorman), der vor allem dann beeindruckt, wenn er ernste Rollen spielen darf, begeistert auch hier mit einer vielschichtigen Performance. Phoenix (Walk the Line) spielt dessen saufenden Gegenpol mit einem Augenzwinkern, ohne seiner Figur die Würde zu nehmen.

Eli Sisters (John C. Reilly) muss seinen oft betrunkenen Bruder im Auge behalten.
Eli Sisters (John C. Reilly) muss seinen oft betrunkenen Bruder im Auge behalten.  © Bildmontage/PR/WILD BUNCH GERMANY

Gyllenhaal (Prisoners) stellt erneut unter Beweis, warum er zusammen mit Phoenix zu den besten Darstellern seiner Generation gezählt wird. Auch hier vereinnahmt er seinen Charakter und macht eine ganz eigene, mitreißende Version daraus.

Des Weiteren zeigt Ahmed (Venom) als redegewandter Erfinder eine bemerkenswerte Leistung und beweist, weshalb er in letzter Zeit in vielen Blockbustern zu sehen war und in der Szene immer ernster genommen wird, immer bessere Rollen bekommt.

Neben den Schauspielern begeistern auch die ruhige Kameraführung, welche die wunderschönen weiten Ebenen und die altertümlichen Western-Städte hervorragend einfängt, die stimmige Musikuntermalung, die zeitversetzenden Kostüme, die detailreiche Ausstattung und die mitunter sehr gelungene Situationskomik.

Deshalb ist "The Sisters Brothers" ein intelligenter Neo-Western mit einem herausragenden Schauspielensemble, fantastischen Locations und einer interessanten, packenden Geschichte geworden, die allerdings an einigen Stellen leicht vom Schnitt ausgebremst wird. Dennoch lohnt sich ein Kinobesuch.

Titelfoto: Bildmontage/PR/WILD BUNCH GERMANY

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