Mayday, Mayday: Showdown für Theresa May. Stürzt sie über ihr Wahlfiasko?

Mit versteinerter Miene hört Theresa May am 9.6.2017 in Maidenhead, Großbritannien, zu, wie die Ergebnisse ihres Wahlkreises, Maidenhead verkündet werden.
Mit versteinerter Miene hört Theresa May am 9.6.2017 in Maidenhead, Großbritannien, zu, wie die Ergebnisse ihres Wahlkreises, Maidenhead verkündet werden.  © DPA

London - Sie hat sich komplett verzockt. Die britische Premierministerin Theresa May (60) wollte mit den vorgezogenen Wahlen Stärke demonstrieren und sich den nötigen Rückenwind für die Brexit-Verhandlungen sichern.

Mit diesem Unterfangen ist sie grandios gescheitert. Oppositionschef Jeremy Corbyn von der Labour-Partei hatte May daraufhin aufgefordert zurückzutreten.

Doch wie es scheint klebt May an ihrem Stuhl und verweigert sich den Realitäten. Das berichtete unter anderem die in Londoner Regierungskreisen gut vernetzte BBC-Journalistin Laura Kuenssberg: "Sie wird bleiben und ihre Meinung nicht ändern", zitierte Kuenssberg am Freitag ein hochrangiges Regierungsmitglied.

Auch die konservative Abgeordnete Anna Soubry stellte Mays Führungsanspruch in Frage. Sie solle Verantwortung für das "fürchterliche Wahlergebnis" übernehmen, sagte Soubry. Ex-Finanzminister George Osborne hatte vorausgesagt, May werde politisch kaum überleben, sollte sie ein schlechteres Ergebnis einfahren als bei der vergangenen Wahl.

Nach der Auszählung fast aller Stimmen hatten am Freitagmorgen weder die Konservativen noch Labour eine Chance, die Mehrheit der 650 Wahlkreise für sich zu gewinnen. May hatte die Neuwahl im April ausgerufen - mit der Absicht, ihre Regierungsmehrheit zu vergrößern. Welche ein Fehler! Am heutigen Freitag will sich May um 11:00 Uhr per Pressekonferenz äußern.


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