Jetzt also doch: SPD schmeißt Thilo Sarrazin raus!

Berlin - Das Landesschiedsgericht der Berliner SPD hat nun das getan, was schon seit Jahren gefordert wurde. Thilo Sarrazin wird aus der Partei ausgeschlossen!

Thilo Sarrazin wurde aus der SPD ausgeschlossen.
Thilo Sarrazin wurde aus der SPD ausgeschlossen.

Das vermeldete am Donnerstagmittag die österreichische Presseagentur APA. So soll die Entscheidung bereits am Mittwochabend getroffen worden sein.

Vor allem die Auftritte bei der österreichischen Partei FPÖ, bei denen der 74-Jährige des Öfteren mit Heinz-Christian Strache vor Ort gewesen ist um dessen Wahlkampf zu unterstützen, war dabei ein ausschlaggebender Punkt.

Wie der Focus darüber hinaus meldet, sei auch sein umstrittenes Buch "feindliche Übernahme" mit ein Grund gewesen, weswegen man dem ehemaligen Berliner SPD-Finanzsenator (2002-2009) aus der Partei ausgeschlossen habe.

Aufgrund seiner islamkritischen Aussagen und Ansichten galt der gebürtige Geraer innerhalb der SPD schon länger als eher isoliert und der Partei als Dorn im Auge.

Sarrazin selbst weiß von Ausschluss aktuell noch nichts

Wie der Focus nun weiter meldet, weiß Sarrazin selbst noch nichts von seinem Ausschluss. Auf Berufung vom Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte dieser, ihm habe "die SPD nichts mitgeteilt".

Eine Sprecherin der Bundes-SPD wollte sich indes noch nicht zum Parteiausschluss Sarrazins äußern. "Wir wissen, dass die Entscheidung der Landesschiedskommission zeitnah kommt. Sobald wir diese kennen, werden wir uns zeitnah äußern. An Spekulationen beteiligen wir uns nicht, sondern halten uns an die von der Landesschiedskommission erbetene Verschwiegenheitspflicht bis zur Entscheidung."

Sarrazin selbst würde im Falle eines Ausschlusses gerichtlich dagegen vorgehen. "Sollten die Berichte zutreffen, werde ich auf jeden Fall Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Landesschiedsgerichtes der Berliner SPD einlegen."

Update 14.35 Uhr: Sarrazin will vor das Bundesschiedsgericht, Ex-SPD-Vize Stegner froh über Ausschluss

Wie der Spiegel meldet, wird Sarrazin nun vor das Bundesschiedsgericht ziehen. "Mein Anwalt hat schon den entsprechenden Auftrag", so der 74-Jährige weiter. Sein Anwalt Andreas Köhler habe überdies verlauten lassen, dass ihm bis dato keine Entscheidung des Landgerichts vorläge.

Der ehemalige SPD-Vize Ralf Stegner meldete sich inzwischen über Twitter und begrüßte die Entscheidung. Für ihn war die Entscheidung des Vorstandes "überfällig".

Der ehemalige Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (r.) kommt zur mündlichen Verhandlung im Berufungsverfahren über seinen Ausschluss aus der Partei.
Der ehemalige Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (r.) kommt zur mündlichen Verhandlung im Berufungsverfahren über seinen Ausschluss aus der Partei.  © Paul Zinken/dpa

Mehr zum Thema SPD:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0