Krise bei Thomas Cook: Tunesisches Hotel nimmt Touristen als Geiseln

Hammamet Sud (Tunesien) - Die Krise bei Reiseveranstalter Thomas Cook (TAG24 berichtete) nimmt dramatische Formen an. Da das schwächelnde Unternehmen die Aufenthalte von Touristen nicht bezahlt hatte, wurden aus Gästen kurzerhand Geiseln.

Die Tore des Les Oranges Beach Resorts sind verschlossen.
Die Tore des Les Oranges Beach Resorts sind verschlossen.  © Facebook/Sarah Addison

Auf einmal schließen sich die schweren Tore des Les Oranges Beach Resorts, Busse die Touristen zum Flughafen bringen sollten, werden abgewiesen. Sicherheitskräfte ziehen auf und für die Urlauber im Resort gibt es plötzlich kein Entrinnen mehr.

Was wie ein Horrormärchen klingt, wurde für Urlauber des Hotels jetzt laut "Sun" zur bitteren Realität. Da der Reiseanbieter nicht für die Touristen zahlte, versuchte das Resort über die Gäste an sein Geld zu kommen.

Alle, die am Samstagabend das Hotel verlassen wollten, wurden an der Rezeption zusammengerufen. Das Hotel teilte ihnen mit, dass sie wegen der Situation mit Thomas Cook mehr Geld bezahlen müssten.

Touristin Pat Haynes schrieb auf Facebook: "Jeder muss fast 3000 Pfund zahlen (3400 Euro) um gehen zu können. Die Sicherheitstore sind verschlossen und niemand kann zu den Bussen gehen, welche uns hier wegbringen."

Jedoch weigerten sich die meisten diese Summe zu bezahlen, da sie ihr Geld ja bereits an den Reiseanbieter überwiesen hatten. Und so blieben die Tore zu.

Sarah Addison, eine Touristin, die sich in einem Schwesterhotel befand, fasste die Situation in ihrem Facebook-Profil treffend zusammen: "Obwohl Thomas Cook noch nicht mal pleite ist, wird es zu einem Albtraum."

Sicherheitsbeamte lachten nur

Touristen diskutieren vor dem geschlossenen Tor mit den Sicherheitsleuten.
Touristen diskutieren vor dem geschlossenen Tor mit den Sicherheitsleuten.  © Screenshot/Twitter/Ivana83556697

Die Touristen versuchten nun auf die Sicherheitskräfte am Zaun des Hotels einzuwirken, doch diese waren nicht zu überzeugen und lachten laut "Daily Mail" nur.

Auch der Gesprächsversuch eines Thomas Cook Vertreters mit dem Hotel blieb erfolglos.

Als die Stimmung dann so langsam kippte und Hotelgäste versuchten, Videos der Lage in die Außenwelt zu schicken, stellte das Hotel kurzerhand das WLAN ab. Dennoch gelangen es einigen Hotelgästen einen Tweet abzusenden.

Nach einigem Hin und Her wurde schließlich das britische Konsulat in Tunesien informiert. Zusammen mit Thomas Cook konnte eine Lösung gefunden werden.

Ein tunesischer Regierungssprecher sagte gegenüber der "Daily Mail": "Nach einer Stunde haben sie das Hotel verlassen." Ein anderer Beamter sprach von einem "Missverständnis".

Der Reiseanbieter will in Zukunft keine Touristen mehr in das Hotel schicken und Gästen, die dieses Resort für eine spätere Reise gebucht haben, ein neues Hotel in Hammamet geben. Reisende, die zusätzliches Geld im Hotel gezahlt haben, werden entschädigt.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0