Kemmerich-Wahl sorgte für ungewöhnlich viel Post im Landtag

Erfurt - Nach der aufsehenerregenden Ministerpräsidentenwahl Anfang Februar haben sich ungewöhnlich viele Menschen mit ihrer Meinung zur politischen Lage an den Landtag gewandt.

Thomas Kemmerich (55) war drei Tage Ministerpräsident, dann trat er wieder zurück.
Thomas Kemmerich (55) war drei Tage Ministerpräsident, dann trat er wieder zurück.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

"Die Anzahl von Kontaktaufnahmen war stark erhöht", sagte ein Sprecher der Landtagsverwaltung der Deutschen Presse-Agentur.

Etwa 200 Menschen hätten vor allem E-Mails an die Landtagsverwaltung geschrieben.

"Es gingen aber auch vereinzelt Postsendungen und Telefonanrufe ein, persönlich vorstellig wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand."

Post, die an einzelne politische Akteure gerichtet gewesen sei, sei an diese weitergeleitet worden. Zusendungen, die eine konkrete Frage beinhalteten, seien beantwortet worden.

"Einigen antwortete auch Landtagspräsidentin Birgit Keller selbst."

Nach Angaben des Sprechers erstreckten sich die gegenüber dem Parlament geäußerten Meinungen über das gesamte politische Spektrum.

Einige Menschen hätten die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich (55) zum Ministerpräsidenten mit Stimmen der AfD kritisiert. "Andere gratulierten wiederum zur Wahl", sagte er. Wieder andere hätten kritisiert, dass Kemmerich aufgrund des öffentlichen Drucks zurückgetreten sei.

Kemmerich war am 5. Februar zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Kurz darauf legte er das Amt auch infolge von bundesweiten Protesten nieder. Diesen Mittwoch soll nun neu im Landtag gewählt werden. Der Linke-Politiker und Ex-Regierungschef Bodo Ramelow will sich dabei erneut zur Wahl stellen.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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