Magische Lausitz: Sachsen-Zauberer haben wenig Lust auf Vegas

Görlitz - Zauberkünstler gehören zu den ältesten Berufsgruppen der Welt. Seit Jahrtausenden ziehen sie Menschen in ihren Bann mit verblüffenden Tricks. Sachsen besitzt eine traditionsbewusste und innovative Magier-Szene mit vielen Zirkeln und einigen Shootingstars.

Im Scheinwerferlicht fühlen sich Thomas & Vincent wohl.
Im Scheinwerferlicht fühlen sich Thomas & Vincent wohl.

Zum Beispiel: Thomas Majka (30) und Vincent Frommer (19) aus Görlitz. Sie begeistern als Mentalisten die Massen.

Wer die beiden jungen Männer das erste Mal abseits einer großen Bühne trifft, kann sich nur schwer vorstellen, dass sie viele Taschenspieler-Tricks draufhaben. Die beiden sind einfach zu nett, zu ehrlich und zu witzig. Einfach knuffig!

Aber Pokerface - das können sie eben auch. Bevor Majka sich beruflich mit Haut und Haaren der Zauberei verschrieb, hat er den Beruf des Erziehers erlernt. Seinen Partner entdeckte er als Talent bei einem Festival. Thomas Majka: "Ich bin ein Trickverräter. Seit 2010 führe ich eine Zauberschule."

Die Görlitzer treten als Duo "Thomas & Vincent" in Stadthallen, auf Kongressen, bei Festivals und Feiern auf. Auch TV-Auftritte hatten sie schon. Bereits zwei abendfüllende Shows haben die Künstler auf die Beine gestellt.

"Wir stellen uns bei jedem Auftritt stets voll auf unser Publikum ein. Wir sind sehr spontan und improvisieren viel auf der Bühne", erklärt Majka. Ihr brandneues Programm heißt "Magie der Intuition". Zwei Stunden Gedankenlesen, spritzig und charmant. Am 21. Oktober feiert die Show Premiere in der Kulturbrauerei Görlitz.

Thomas Majka (30, links) und Vincent Frommer (19).
Thomas Majka (30, links) und Vincent Frommer (19).  © Petra Hornig

Thomas Majka und Vincent Frommer besitzen keine Vorbilder unter den Magiern, die mit pompösen Magic-Shows weltweit Hallen füllen. Las Vegas als Auftrittsort lockt Thomas Majka nicht. "Das ist mir zu weit weg. Außerdem ist mein Englisch mies", sagt er ehrlich. Und fügt hinzu: "Mir ist es wichtig, authentisch zu sein und zu bleiben."

Seine Träume als Künstler sind eher bodenständig: "Ich würde gern mit einer Show durch Theater touren. Außerdem träume ich davon, meiner Zauberschule eine feste Heimat in der Lausitz zu geben. Dort möchte ich dann Camps für Kinder und Schulklassen anbieten."

Erfahrungen hat er damit schon: Im Sommer organisiert er wieder Ferienlager in Sachsen. Camp HalliGalli darf Thomas Majka seine Unternehmung nennen.

Vorsicht, hier wird getrickst!

Bartolomeo Bosco war ein italienischer Zauberkünstler.
Bartolomeo Bosco war ein italienischer Zauberkünstler.  © wikipedia

Die "Wächter" der Zauberkünste versammeln sich hierzulande regelmäßig in der Vereinigung "Magische Zirkel von Deutschland". 80 solcher Kreise gibt es in der Republik - sieben davon allein in Sachsen.

Die Ortsgruppen von Dresden und Chemnitz tragen die Namen von Bartolomeo Bosco und Hellmuth Teumer. Sie verneigen sich damit vor den beiden Zauberkünstlern, die hier einst Geschichte schrieben.

Auch zwei Zauberschlösser existieren im Freistaat: Schloss Schönfeld (bei Großenhain) und Schloss Schönfeld am Stadtrand von Dresden.

Die Zauberfreunde in der Landeshauptstadt haben Sonntag Markus Teubert mit seiner magischen Urlaubsreise-Show "Irrtum vorbehalten" zu Gast (Beginn 15 Uhr, Restkarten).


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