Middelhoff fordert spezielle Gefängnisse für Wirtschaftskriminelle

Middelhoff muss eine vierjährige Bewährungsfrist einhalten.
Middelhoff muss eine vierjährige Bewährungsfrist einhalten.  © DPA

Bielefeld/Hamburg - Der wegen Untreue zu drei Jahren Haft verurteilte frühere Top-Manager Thomas Middelhoff forderte in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" besondere Gerichte und Haftanstalten für Wirtschaftskriminelle.

Seiner Meinung nach seien normale Strafkammern inzwischen "komplett überfordert", erläuterte der 64-Jährige, der nach dem Verbüßen seiner Haftstrafe bei seiner neuen Lebensgefährtin in Hamburg wohnt.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass normale Richter ansatzweise verstehen, wie ein deutscher Großkonzern funktioniert", stellte der ehemalige Arcandor- und Bertelsmann-Manager klar. Bei seiner Aussage bezog er sich zudem auch auf eigene Erfahrungen, die er während seines Prozesses sammelte.

Zudem machte der Ex-Häftling deutlich, was er von den Gefängnissen halte und forderte daher spezielle Haftanstalten für Wirtschaftskriminelle.

"Es ist nicht sinnvoll, einen eloquenten und intellektuellen Trader zusammen mit einem Gewaltverbrecher einzusperren", erklärte er. Er selbst habe sich während seiner Zeit in Untersuchungshaft "zum eigenen Schutz" von anderen Häftlingen ferngehalten.

Middelhoff hat eine vierjährige Bewährung auferlegt bekommen und darf sich in der Zeit nichts zu Schulden kommen lassen. Gesundheitlich gehe es ihm nicht gut, ließ es zudem noch verlauten.


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