Nebenkläger zu Beate Zschäpe: Das war versuchter Mord in 32 Fällen!

Erneut wurde der Hauptangeklagten Beate Zschäpe vorgeworfen, sich in mehreren Fällen des versuchten Mordes schuldig gemacht zu haben.
Erneut wurde der Hauptangeklagten Beate Zschäpe vorgeworfen, sich in mehreren Fällen des versuchten Mordes schuldig gemacht zu haben.  © dpa/Tobias Hase

München/Jena - Der Nebenklage-Anwalt Stephan Kuhn hat am Dienstagvormittag im NSU-Prozess den Bombenanschlag auf der Kölner Keupstraße am 9. Juni 2004 als versuchten Mord in 32 Fällen bezeichnet.

Die im thüringischen Jena geborene Beate Zschäpe, Hauptangeklagte in dem Verfahren, sei laut Stephan Kuhn als Mittäterin an diesem Verbrechen zu sehen.

Der Jurist sei davon überzeugt, dass auch der mitangeklagte mutmaßliche Terrorhelfer André E. vorab über den Anschlag eingeweiht gewesen war und dass der mutmaßliche NSU-Waffenbeschaffer Ralf Wohlleben zumindest hinterher davon erfuhr.

Anwalt Kuhn zitierte aus Ermittlungsunterlagen, aus denen das fremdenfeindliche Motiv des Anschlags hervorgehe. Es sollten möglichst viele Türken oder Kurden getroffen werden.

Dennoch hätten die Behörden öffentlich einen terroristischen Hintergrund ausgeschlossen und stattdessen von einem Verbrechen der organisierten Kriminalität gesprochen.

Damit schloss sich der Anwalt dem Plädoyer der Bundesanwaltschaft an. Er vertritt im Prozess einen Mann, der sich in dem Friseursalon aufhielt, vor dessen Schaufenster die Nagelbombe explodierte.

Titelfoto: dpa/Tobias Hase


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