Feuerwehrmann zündelte im eigenen Dorf: Urteil gefallen!

Gera - Im Prozess gegen den mutmaßlichen Serienbrandstifter von Großenstein (Kreis Greiz) will das Landgericht Gera am Dienstag (9 Uhr) ein Urteil sprechen.

Der Ex-Feuerwehrmann in Gera vor Gericht.
Der Ex-Feuerwehrmann in Gera vor Gericht.  © dpa/Bodo Schackow

Der Ex-Feuerwehrmann soll in dem 1200-Einwohner-Ort etliche Gebäude in Brand gesteckt haben, erst kleinere Schuppen und Lauben, später soll er auch eine Lagerhalle und ein Sportlerheim in Brand gesteckt haben.

Im Anschluss hatte der Angeklagte seinen Kameraden der Feuerwehr jeweils beim Löschen geholfen.

Den Schaden beziffert die Staatsanwaltschaft auf mehr als 200.000 Euro; verletzt wurde niemand.

Zum Prozessauftakt hatte der 22-Jährige ein Geständnis abgelegt. "Ich bereue die Taten aufrichtig", betonte er nun erneut in seinem Schlusswort vor Gericht.

Die Anklage hat eine achtjährige Haftstrafe wegen Brandstiftung in fünf Fällen gefordert, die Verteidigung auf verminderte Schuldfähigkeit und Unterbringung in einer Entziehungsanstalt plädiert.

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Serienbrandstifter von Großenstein hat eine Gutachterin eine verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten ins Gespräch gebracht.

Angeklagter vermindert schuldfähig?

Aus medizinischer Sicht sei sein Steuerungsvermögen bei den Taten eingeschränkt gewesen, sagte Helmburg Göpfert-Stöbe am Montag am Landgericht Gera. Zudem sei der ehemalige Feuerwehrmann alkoholabhängig. Nach Berechnungen soll er bei einigen der Taten mehr als zwei Promille intus gehabt haben. Dies habe enthemmend gewirkt, erklärte die Expertin.

Handlungsleitend für die Brandstiftungen sei aber vielmehr eine vorübergehende psychische Störung infolge von Konflikten etwa mit dem Vater, der Freundin sowie seinem Bundeswehrdienst gewesen.

Das Legen von Bränden habe sich bei ihm zu einer Strategie entwickelt, seine Affekte zu regulieren, erläuterte Göpfert-Stöbe.

Update 10 Uhr: Das Landgericht Gera hat einen ehemaligen Feuerwehrmann zu einer Haftstrafe von vier Jahren und acht Monaten verurteilt. Zudem ordnete die 3. Strafkammer wegen der Alkoholprobleme des 22-Jährigen die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Die Richter sprachen ihn am Montag der Brandstiftung in fünf Fällen für schuldig.

Titelfoto: dpa/Bodo Schackow

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