Noch ist der Thüringer Arbeitsmarkt stabil, aber ein Sturm zieht auf

Im Oktober sank die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat auf 5,6 Prozent. Dies bedeutet gleichzeitig ein Rekordtief.
Im Oktober sank die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat auf 5,6 Prozent. Dies bedeutet gleichzeitig ein Rekordtief.  © dpa/Martin Schutt

Erfurt - Standort-Schließungen und eine steigende Zahl von arbeitslosen Migranten kommen demnächst auf den Thüringer Arbeitsmarkt zu. Doch die Oktoberzahlen verheißen zunächst noch Gutes.

Trotz freier Stellen haben mehrere hundert Bewerber im abgelaufenen Ausbildungsjahr keinen Ausbildungsplatz gefunden. Dies gibt die Oktober-Bilanz wieder.

Demnach seien 300 Bewerber ohne Stelle geblieben, obwohl im Gegenzug 1275 Stellen unbesetzt seien. "Nicht immer passt das Angebot an Stellen zu Interessen und dann auch zur Nachfrage der Bewerberinnen und Bewerber", äußerte sich dazu Thüringens Arbeitsministerin Heike Werner (Linke) am Dienstag.

10.730 Bewerber auf 13.634 gemeldete Stellen habe es insgesamt gegeben. Für das gesamte Ausbildungsjahr lägen die Zahlen erst im März 2018 vor.

Arbeitsministerin Heike Werner zeigte sich zufrieden mit den aktuellen Zahlen, auch wenn trotz vieler Stellen mehrere Hundert Bewerber keine Ausbildung fanden.
Arbeitsministerin Heike Werner zeigte sich zufrieden mit den aktuellen Zahlen, auch wenn trotz vieler Stellen mehrere Hundert Bewerber keine Ausbildung fanden.  © dpa/Martin Schutt

Zukünftige Zahlen verheißen nichts Gutes. Coca-Cola wird Anfang kommenden Jahres Produktion und Verwaltung in Weimar einstellen, der Elektrokonzern Siemens denkt für sein Erfurter Generatorenwerk über Verkauf oder Restrukturierung nach.

Auswirkungen wird dies alles aber wohl erst später haben. Momentan sei der Arbeitsmarkt in Thüringen weiterhin in einer guten Verfassung, so die Ministerin.

Jedoch nicht in allen Bereichen: Im Oktober seien 811 Migranten mehr als im Vorjahr arbeitslos gewesen. Bei Syrern und Afghanen sei der Zuwachs besonders hoch.

Viele Migranten würden mittlerweile Qualifizierungs- und andere Maßnahmen beenden und sich auf dem Arbeitsmarkt anmelden.

Insgesamt ging die Arbeitslosigkeit im Freistaat dennoch weiter auf 5,6 Prozent zurück. Knapp 63.000 Menschen waren im Oktober ohne Job. Dies seien die niedrigsten Zahlen, die je im Freistaat ausgewiesen worden.

Titelfoto: dpa/Martin Schutt


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