Thüringer Landkreis wird zum "Hotspot" für Neonazis aus ganz Europa

Hildburghausen - In den vergangenen Jahren haben immer mehr Menschen rechtsextreme Veranstaltungen im Kreis Hildburghausen besucht.

Diese Gaststätte in Klöstern Veßra dient immer wieder als Treffpunkt für Rechtsextreme.
Diese Gaststätte in Klöstern Veßra dient immer wieder als Treffpunkt für Rechtsextreme.  © DPA

Das geht aus einer Antwort des Thüringer Innenministeriums auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Katharina König-Preuss hervor. "Die Region um Hildburghausen und Kloster Veßra wird zunehmend zu einem Hotspot für Neonazis aus ganz Europa", sagte König-Preuss am Samstag.

Informationen des Innenministeriums zufolge nahmen von 2015 bis 2017 rund 18.000 Menschen im Landkreis Hildburghausen an rechtsextremistischen Aktivitäten teil.

Die Zahl stieg dabei von Jahr zu Jahr: 2015 waren es rund 3400 Menschen, 2017 rund 9400. Innerhalb der drei Jahre fanden demnach 85 Veranstaltungen, Konzerte und Aktivitäten der extremen Rechten im Landkreis statt. Zu einigen wenigen konnte das Ministerium mit Blick auf die Teilnehmerzahlen keine Angaben machen.

Was die Zahl der Rechtsextremen im Kreis anbelangt, geht das Innenministerium von einem Personenkreis im dreistelligen Bereich aus. Damit weiche die Gesamtzahl der aktiven Rechtsextremisten "nicht erkennbar deutlich von denen anderer Thüringer Regionen ab", hieß es in der Antwort. Doch die Szene verfüge über eine Reichweite und ein Mobilisierungspotenzial, das weit über den Landkreis hinausreiche.

Hildburghausen gilt als rechtsextreme Hochburg in Thüringen. Dort werden immer wieder Rechtsrock-Konzerte mit teils mehreren Tausend Besuchern veranstaltet. Bei den Landratswahlen im vergangenen Jahr hatte ein rechtsextremer Bewerber 16,6 Prozent der Stimmen erhalten.

Titelfoto: DPA

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