Nach Millionen-Betrug: Wodka-Verbrecher vor Gericht

Der Prozess am Landgericht Mühlhausen soll Dienstag um 9.30 Uhr beginnen.
Der Prozess am Landgericht Mühlhausen soll Dienstag um 9.30 Uhr beginnen.  © dpa/Archivbild

Mühlhausen - Am Dienstag startet erneut ein Prozess wegen des Handels mit unversteuertem Wodka. Zwei Unternehmer sollen rund 1,6 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben.

Vor dem Landgericht müssen sich ab Dienstagvormittag die 31 sowie 43 Jahre alten Angeklagten wegen gemeinschaftlicher Steuerhinterziehung in besonders schwerem Fall verantworten.

Die Männer sollen vor sieben Jahren durch das Nichtzahlen der Branntweinsteuer insgesamt 1,59 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Die Inhaber einer Brennerei hätten den Schnaps deutschlandweit vertrieben.

Für die Richter ist der Fall kein unbekannter. Der erneut angeklagte 43-Jährige war bereits im Juni 2015 in einem ersten Prozess zu einer Bewährungsstrafe von 21 Monaten verurteilt worden.

In einem zweiten Prozess war 2016 ein 32 Jahre alter ehemaliger Gesellschafter wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 387.000 Euro zu einem Jahr Haft und 12.000 Euro Strafe verurteilt worden.

Vom Gericht sind zunächst sieben Verhandlungstage angesetzt.

Update 12.31 Uhr: Die Verteidigung hat einen Befangenheitsantrag gegen den Richter gestellt. Aus Sicht der Anwälte kann ein Richter als Duzfreund des 31-jährigen Angeklagten nicht unvoreingenommen entscheiden. Beide hätten von 2008 bis 2014 mindestens 60 Mal Kontakt bei Feten und Familienfeiern gehabt.

Beide Angeklagten wollten sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern. Der Prozess wird am 21. Dezember fortgesetzt. Bis dahin soll über die von der Verteidigung geäußerten Zweifel an der Unabhängigkeit des Richters entschieden werden.

Titelfoto: DPA/Symbolbild


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0