Thüringen will NSU-Opfer entschädigen

Mehmet Kubasik wurde 2006 mit mehreren Kopfschüssen in seinem Dortmunder Kiosk hingerichtet.
Mehmet Kubasik wurde 2006 mit mehreren Kopfschüssen in seinem Dortmunder Kiosk hingerichtet.  © DPA

Erfurt - Die rot-rot-grüne Koalition in Thüringen will die Opfer der rechtsextremen Terrorzelle NSU finanziell entschädigen.

Bei den anstehenden Haushaltsverhandlungen wollten sie sich für die Schaffung eines Fonds einsetzen, "welcher explizit für die Opferangehörigen, aber auch für die Betroffenen der Sprengstoffanschläge und Sparkassenüberfälle gedacht ist", sagten Dorothea Marx (SPD), Katharina Preuss-König (Linke) und Madeleine Henfling (Grüne) laut Mitteilung der Linken-Fraktion vom Dienstag. Alle drei sind Mitglieder des NSU-Untersuchungsausschusses im Thüringer Landtag. Zur Höhe des Fonds gab es keine Angaben.

Vor dem Erfurter Landgericht wird am Dienstag die Klage von Angehörigen des NSU-Opfers Mehmet Kubaşik gegen den Freistaat verhandelt. Sie fordern Schmerzensgeld und Schadenersatz. Kubaşik war 2006 mit Kopfschüssen in seinem Dortmunder Kiosk getötet worden. Er war das achte von zehn NSU-Todesopfern.

Den Thüringer Ermittlungsbehörden waren in der Vergangenheit eklatante Fehler bei der Verfolgung des NSU und seiner Helfer bescheinigt worden.

Titelfoto: DPA


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